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Bereit für Zuger Olivengenuss

Josef Arnold ist Geschäftsführer der Firma Dumet. Das erfolgreiche Unternehmen aus Steinhausen ist auf die Auswahl, die Veredelung und den Vertrieb von Oliven und weiteren mediterranen Köstlichkeiten spezialisiert.

Josef Arnold

Oliven aus Zug? Wer hier an eine exotische Idee denkt, hat im Grunde genommen recht. Doch nichts ist unmöglich. Das dachte sich auch Firmengründer Ueli Dubs, der vor 40 Jahren als Polizist arbeitete und im Rahmen eines Einbürgerungsverfahrens Kontakt mit einem Griechen knüpfte. Dieser handelte mit Oliven und weckte in Dubs die Leidenschaft für die mediterranen Steinfrüchte.

Begeistert von diesem Produkt und der Marktnische, kündigte Ueli Dubs seinen Job bei der Polizei und wollte bei seinem griechischen Bekannten als potentieller Nachfolger einsteigen. Dieser stellte ihn allerdings kurze Zeit später vor vollendete Tatsachen. Da er es sich anders überlegt hatte und doch in der Schweiz bleiben wollte, stand diese Option nicht mehr offen. «Was der kann, kann ich auch», dachte sich Dubs und beschloss, sein eigenes Unternehmen zu gründen.

«Natürlich war er vom Olivengeschäft fasziniert, liess sich als 27-Jähriger aber auch von den Zahlen inspirieren und dachte bei einer Marge von 30 Prozent an das grosse Geld», sagt Josef Arnold. Getreu dem Motto «Vom Olivenhändler zum Millionär» begann Dubs mitten in seiner alpenländischen Heimat, Oliven abzupacken und zu verkaufen. «Ganz so einfach, wie Ueli sich das vorgestellt hatte, war es im Endeffekt dann aber doch nicht», lacht Arnold.

Den Griechen selbst störte die Konkurrenz anfangs wenig. «Als Ueli Dubs ihm aber nach einiger Zeit einen grossen Detailhändler als Abnehmer streitig machte, hat ihn das sicher geärgert.» Dieser Meilenstein war mitunter der Startschuss für die Erfolgsgeschichte der Firma Dumet. Inzwischen beliefert das Unternehmen auch weitere grosse Detailhändler. «Jede zweite Olive in der Schweiz kommt inzwischen aus Steinhausen. Da wir für die grossen Ketten ausschliesslich unter dem Namen der Handelsmarken produzieren, ist der Name ‹Dumet› vielen kein Begriff, obwohl fast jeder in der Schweiz schon irgendwie mit uns und unseren Produkten in Berührung gekommen ist.»

«Veränderung ist ein dynamischer Prozess, der Chancen bietet»

Josef Arnold

Nüchtern betrachtet, könnte man behaupten, dass Dumet Oliven importiert, diese in Standbeutel abfüllt und in der Schweiz sowie im Ausland vertreibt. Doch das würde einige wichtige Details auslassen. Denn Josef Arnold und sein Team importieren und verwenden nur erstklassige Oliven aus mediterranen Anbaugebieten. Im Gegensatz zu vielen Produkten direkt aus Spanien oder Griechenland werden diese – für die Abpackung in Beutel – keiner thermischen Behandlung ausgesetzt.

«Wenn der Kunde spanische oder griechische Oliven aus dem Glas oder der Dose kauft, muss ihm bewusst sein, dass diese pasteurisiert sind und durch diesen Prozess viel Geschmack verloren geht. Bei Oliven im Stehbeutel ist das nicht der Fall.» Diese werden auf natürliche Weise in Salzlake konserviert und schmecken so 100 Prozent authentisch. Dadurch ist die Haltbarkeit der Oliven von Dumet auf 12 Monate begrenzt, «doch besondere Geschmackserlebnisse kommen dafür nie zu kurz».

Arnold definiert Veränderung als einen dynamischen Prozess, der Chancen bietet. Die Überzeugung, Kunden konstant Premium-Qualität zu bieten, hat sich jedoch über die Jahrzehnte nie geändert. «Hier gehen wir keinen Kompromiss ein. Unsere Kunden sind unsere Partner. Von Qualität sprechen wir nur, wenn der Kunde zurückkommt, und nicht das Produkt.» Auch bei der Wahl seiner Olivenlieferanten setzt das Unternehmen auf Konstanz und langfristige Partnerschaften. Das trug vor allem zu Zeiten der Wirtschaftskrisen in Griechenland, Italien und Spanien wortwörtlich Früchte. «Die Produkte waren dank unserer engen Beziehung immer verfügbar», betont Arnold.

«Jede zweite Olive in der Schweiz kommt inzwischen aus Steinhausen.»

Bereit für das Ausland

Erfolg wiederum erfordert oft eine Veränderung im Denken und Handeln eines Unternehmens. «Manchmal muss man unkonventionelle Wege gehen, um ans Ziel zu gelangen.» Mit der Snack-Weltneuheit «Cielos Crunchy Olives» baut sich Dumet derzeit ein zweites Standbein auf. Die steinlosen, luftgetrockneten Oliven sind von einem knusprigen Mantel aus Reismehl umhüllt und haben eine einzigartige Hintergrundgeschichte. Denn die Herausforderung, die weichen und feuchten Oliven trotz Backvorgang so zu erhalten, war riesig. «Als wir in der Entwicklung aus technischen Gründen an Grenzen stiessen, stellte unser Produktentwickler einen ungewöhnlichen Investitionsantrag: 500 Franken für einen kleinen Betonmischer aus dem Baumarkt. Mit diesem machte er dann wochenlang Tests und Umbauten, bis er stolz das fertige Produkt präsentieren konnte.»

Diese Experimentierfreudigkeit war schliesslich der Durchbruch für die Weltneuheit, die auch im Ausland auf grosses Interesse stösst. «Wir wollen wachsen und das können wir nur ausserhalb der Schweiz.» Dafür macht sich Dumet bereit. Für den nordamerikanischen Markt hat man sich personell verstärkt, um das Geschäft vor Ort zielgerichtet auszubauen. Bei der Vermarktung ist die Aufschrift Made in Switzerland durchaus hilfreich, um Vertrauen zu wecken und auch höhere Preise rechtfertigen zu können. «Made in Zug würde im Ausland wahrscheinlich nicht die gleiche Wirkung haben», scherzt Josef Arnold.

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