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Bereit für besondere Unterhaltung

Maria Greco ist die kreative Kraft hinter dem «Schrägen Mittwoch». 2016 feierte die Zuger Künstlerplattform das 15-Jahre-Jubiläum und ist mittlerweile die älteste offene Bühne der Schweiz.

Maria Greco

2001 entdeckte die freischaffende Künstlerin Maria Greco ihre Liebe für das Format der offenen Bühne. Nachdem sie am «Bösen Montag» im Zürcher Theater am Hechtplatz selbst auf der Bühne gestanden hatte, packte sie der Ehrgeiz, das Konzept nach Zug zu bringen. Innerhalb von nur zwei Monaten wurde der «Schräge Mittwoch», im ersten Jahr gemeinsam mit Andrea Christen, auf die Beine gestellt. Vier Veranstaltungen sowie eine «Zuger Lachnacht» als Sonderveranstaltung weckten schnell das Interesse der Zugerinnen und Zuger.

15 Jahre und 75 Veranstaltungen später ist Grecos Format zum Klassiker geworden. Das kreative Zuhause: das Zuger Theater im Burgbachkeller. Von März bis Mai werden dort Jahr für Jahr fünf Veranstaltungen von meist bekannten Künstlern moderiert. Insgesamt acht Acts erhalten jeweils zehn Minuten Zeit, um ihre Kunst dem Publikum darzubieten. Die Besonderheit: Das Publikum weiss vorab nicht, welche Künstlerinnen oder Künstler auf der Bühne ihr Bestes geben werden. Die Mehrheit von ihnen sind Profis. «Der Burgbachkeller bietet ihnen eine spannende Plattform, im kleinen Rahmen etwas Neues auszuprobieren und um die Gunst von Unternehmen, Agenturen sowie Agenten zu buhlen. Für alle ist das eine echte Chance, für weitere Engagements verpflichtet zu werden.»

«Veränderung ist Kultur»

Maria Greco

Veränderung ist Kultur – und Kultur selbst ist eine stetige Veränderung. Das ist die Meinung der Geschichtenerzählerin, die sich unter anderem dem zugerischen Sagengut verschrieben hat. «Kunst ist nicht einfach. Sie erfordert viel Engagement. Nicht nur, dass jeder Einzelne sehr viel Herzblut investiert, sondern auch bereit ist, Dinge zu verändern und gegebenenfalls neue Strömungen im richtigen Moment aufzufassen. Es kann sehr herausfordernd sein, konstant am Ball zu bleiben.»

Umso stolzer ist die Zugerin, dass zahlreiche heute erfolgreiche Künstlerinnen und Künstler bereits vor vielen Jahren auf der Bühne im Burgbachkeller standen. Ein gutes Beispiel ist Michael Elsener. Der Zuger Kabarettist war zu Zeiten seines ersten Auftritts noch relativ unbekannt. In den Folgejahren startete seine erfolgreiche Karriere. «Für seinen Erfolg war der «Schräge Mittwoch» nicht der einzige Grund, aber mit Sicherheit ein gutes Sprungbrett.»

Beim Gespräch über Elsener betont Greco, dass in den ersten Jahren ironischerweise kaum Zuger Künstler auf der Bühne standen. Mit der Zeit änderte sich das. Auf die ersten Acts aus dem Kanton folgten viele weitere. «Plötzlich trat ein Wandel ein. Das hat auch die Herzen des Publikums für Zuger Künstlerinnen und Künstler geöffnet.»

Als Zugerin freut sich Greco darum immer über Acts aus der Heimat und prophezeit Talenten wie der A-cappella-Gruppe Melorix eine tolle Zukunft. «Wenn diese Mädchen und Frauen noch weitere Chancen und Auftrittsmöglichkeiten erhalten, würde ich sagen, dass sie für Grosses bereit sind.»

Kunst bedarf vieler Übung. Darum bezeichnet Greco das Theater im Burgbachkeller auch als «Try out»-Bühne, wo Dinge «auch mal in die Hose gehen dürfen und das wohlwollende und offene Zuger Publikum das auch akzeptiert». Künstler, die teilweise sogar aus dem Ausland anreisen, testen hier gerne Ausschnitte ihrer Programme. Mit Hilfe der neutralen Zuschauer erhoffen sie sich wichtiges Feedback, um der Darbietung dann den letzten Feinschliff zu verpassen.

Vieles hat sich über die Jahre hinweg verändert. Der «Schräge Mittwoch» ist inzwischen praktisch zu einer Institution geworden. «Dennoch braucht es jedes Jahr aufs Neue eine grosse Anstrengung, die 100 Plätze des Theaters zu füllen.

Bei aller Veränderung bleibt eines immer gleich: Jedes Jahr fängt sie nach der Sommerpause mit den Vorbereitungen wieder bei null an. Aufwendig Werbung für das kommende Frühjahr zu betreiben, ist dabei nur ein Teil der intensiven Arbeit.

«Der Burgbachkeller bietet ihnen eine spannende Plattform, im kleinen Rahmen etwas Neues auszuprobieren und um die Gunst von Unternehmen, Agenturen sowie Agenten zu buhlen. Für alle ist das eine echte Chance, für weitere Engagements verpflichtet zu werden.»

Die Moderation macht den Unterschied

«Ohne Frage sind die Künstlerinnen und Künstler für den «Schrägen Mittwoch» essentiell. Doch ein besonderer und unvergesslicher Abend steht und fällt mit den Moderationen. Von ihnen ist so viel abhängig.» Die richtigen Personen zu finden, ist eine der grössten Herausforderungen für Maria Greco. «Gerade wenn die Auftretenden nicht herausragend sind, müssen gute Moderatoren dies mit ihren eigenen Programmpunkten abfangen und kompensieren.» Gute Unterhaltung ist das A und O. Das Publikum muss schlussendlich bei Laune gehalten werden.

Ihr «Spinnennetz», wie Greco gerne ihr grosses Netzwerk bezeichnet, stellt dabei ihre ganz persönliche Kontaktquelle dar. Als leidenschaftliche Kunst- und Kulturliebhaberin besucht sie zudem viele Vorstellungen von diversen Künstlern. Eignet sich in ihren Augen jemand für die Moderation, sucht sie immer den persönlichen Kontakt: «Einem Newcomer gebe ich gerne die Möglichkeit und die Plattform, es in dieser Sparte zu versuchen. Ich möchte ja nicht immer die gleichen Moderatoren engagieren, sondern Abwechslung und Vielfalt bieten.»

Dies gilt für sie insbesondere hinsichtlich der vertretenen Genres, auch wenn Comedy wohl immer eine gewisse Dominanz haben wird. Als Co-Organisatorin des Schweizer Liedermacherfestivals freut sie sich jedoch stets auf einzigartige Liedermacher, die die musikalische Komponente der Abende stärken. Die Kleinkunst generell liegt ihr sehr am Herzen. «Sie hat so viele Nuancen, Sparten und Nischen, die es zu entdecken gibt. Von Pantomime bis Jonglage – alles spannende Dinge.» Kunst- und Kulturliebhaberinnen und -liebhaber dürfen gespannt sein, was sie in den kommenden Jahren erwarten wird.

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