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ESAF 2019: Gemeinsam in Schwung

Volksfest, Brauchtum, Kraft, Fairness, Tradition, Jung und Alt: Begriffe, die den Schwingsport seit über 700 Jahren treffend beschreiben. Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest (ESAF) fand vom 23. bis 25. August 2019 in Zug statt. Als Königspartnerin war die Zuger Kantonalbank mit vollem Schwung dabei.

Auch nach dem Schlussgang finden Sie hier viel Lesenswertes rund ums Schwingen und das ESAF 2019. Schmökern Sie in den interessanten Artikeln und schwelgen Sie in Erinnerungen an ein spannendes, sonniges und wunderbares Eidgenössisches Schwing- und Älplerfest.

Mi, 22. Aug 2018

«Mit Rainer ans ESAF – das wärs!»

Remo Betschart ist ein Familienmensch. Nicht nur sein Bruder Rainer, der ihn pusht und unterstützt, auch seine Frau Bettina und Tochter Celine spielen eine grosse Rolle im Leben des Schwingers. Für das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest 2019 in Zug bereitet er sich intensiv vor. Vielleicht wird es sein letzter grosser Wettkampf.

Remo-Betschart-Familie-Portrait

Am liebsten wäre ihm, wenn sein Bruder Rainer dann auch wieder fit ist und sie gemeinsam in Zug um die Kränze schwingen könnten. Im Interview verrät Remo, welche Gaben ihn besonders freuen, was er im Mentaltraining lernt, welche Herausforderungen seine Frau Bettina meistert und warum ein Cordon Bleu mit Pommes nicht fehlen darf.

Welche Gabe hat dich persönlich umgehauen?

«VIP-Tickets für das Lauberhornrennen! Ich darf meine Frau mitnehmen. Das freut mich besonders. Mit dem Helikopter werden wir anreisen und haben eine Übernachtung. Ich freu mich sehr darauf und ich denke, dass es ein Erlebnis werden wird, das mir für immer in Erinnerung bleibt. Klar, ein toller Fernseher oder eine neue Kaffeemaschine sind auch gut. Besonders, wenn man einen Haushalt gründet.»

Und traditionelle Gaben?

«Die sind was fürs Herz. Der 1. Kranz ist prägend und bleibt in Erinnerung. Alles «Angeschriebene», wie zum Beispiel Treicheln oder Stabellen, bedeutet mir auf jeden Fall etwas. Aber ich finde es gut, dass heute die Gaben moderner werden. Sachen, die man benützt und nicht nur aufstellt. Manchmal bekommt man auch Geld, ein schöner Zustupf für die Familienkasse.»

Apropos Zustupf: Wie lukrativ ist das Schwingen?

«Ich persönlich kann und will nicht davon leben. Aber für einige Spitzenschwinger ist das Schwingen ein fester Lohnbestandteil. Manche haben natürlich auch Sponsoren. Das wäre aber nichts für mich. Viel zu viele Verpflichtungen – dafür bin ich nicht der Typ.»

Gut, also reich wird man nicht. Aber man zahlt auch nicht viel, oder?

«Das Schwingen ist recht günstig im Vergleich zum Hockey, Tennis oder Golf. Es reichen normale Trainingskleider und fürs Schwingfest ein Tenue. Aber auch das ist nicht teuer.»

Du bist schon einige Jahre dabei, wann ist Schluss?

«So genau weiss ich das nicht. Vielleicht nächstes Jahr nach dem ESAF? Keine Ahnung. Ich lass es auf mich zukommen. Meinem Klub bleibe ich als Vorstandsmitglied in jedem Fall treu.»

Gab oder gibt es eine Alternative zum Schwingen?

«Eine richtige zweite Passion habe ich nicht. Ich fahre gern Velo oder Töff. Hättest du mich früher gefragt, was ich machen würde, wenn ich nicht schwinge, dann hätte ich wahrscheinlich «Fussball spielen» geantwortet. Aber den Ehrgeiz, den es braucht fürs Schwingen, der wäre beim Fussball nicht so ausgeprägt bei mir.»

Nächstes Jahr ist es so weit: Wie bereitest du dich vor?

«Drei bis viermal die Woche trainiere ich. Meistens mit meinem Bruder Rainer. Wir pushen uns gegenseitig. Es wäre toll, wenn er wieder fit wird. Momentan kann er noch nicht voll schwingen. Wir hoffen, dass es aber fürs ESAF reicht.»

Was genau würde es dir bedeuten?

«Wir stehen uns nahe, teilen einen Kraftraum, verbringen viel Zeit miteinander. Zusammen in Zug, unserer Heimat, den Applaus in der Arena zu geniessen, wäre grossartig. Die Atmosphäre, ich kenne sie ja vom letzten Mal, ist etwas Besonderes. Man steckt sich selbst Ziele, die man erreichen will. Der Antrieb zu gewinnen ist gross. Aber auch der Druck.»

Was genau setzt dich unter Druck?

«Am Schwingfest sind meine Liebsten dabei. Meine Frau, Familie, Kollegen. Die Erwartungen an mich sind da. Schon vorher, im Ausgang, fängt es an. Es kommt schon mal vor, dass ich angesprochen werde. Das macht einen gewissen Druck. Den grössten Druck mache ich mir aber selber mit meiner Zielsetzung.»

Wie gehst du mit dem Druck um?

«Mentale Stärke ist das A und O. Ich geh einmal im Monat zu einem Mentaltrainer. Der stärkt mein Selbstvertrauen und wir arbeiten an meinem Siegeswillen.»

Wer unterstützt dich in der harten Trainingszeit?

«Sicherlich meine Frau Bettina. Sie kocht nicht nur leckere Rösti und Rüebli für mich – mein Steak brate ich selbst – (lacht), wir reden auch viel. Natürlich auch mein Bruder und meine Kollegen. Übrigens: Es kommt nicht nur Fleisch auf meinen Teller. Auch isotonische Getränke und Regenerationsshakes spielen während der Trainingsphase eine wichtige Rolle. Auf Alkohol verzichte ich grösstenteils und schaue auf eine ausgewogene Ernährung, bei der aber ein Cordon Bleu mit Pommes nicht fehlen darf.»

Es ist Ferienzeit: Zeit zum Geniessen und Erholen. Hast du bald ein paar freie Tage?

«Ich bin gern daheim. Fahre Velo und geh wandern. Total runterfahren geht nicht. Zudem mache ich gern Sport. In den Ferien stehen vor allem Bettina und Celine an erster Stelle. Die Kleine ist nun 20 Monate alt und ein echter Sonnenschein.»

Remo-Betschart-Ferien-Inhalt

Ferien verbringt Remo am liebsten mit Frau und Tochter

Wird Celine auch mal Schwingerin?

«Ich hoffe es nicht! (lacht) Schauen wir, was kommt.»

Ja, wir schauen was kommt und drücken dir die Daumen fürs ESAF 2019! Danke für deine Zeit, Remo.

«Ich freue mich auf unser Heimfest in Zug. Hier kenne ich mich aus, kann daheim schlafen. Vielleicht ist das mein Vorteil. Schön wäre, wenn Rainer dabei sein könnte – das wärs!»

Remo-Betschart-Freizeit-Inhalt

Auch in der Freizeit steht die Familie an erster Stelle


Kategorien: Interview Schwinger


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