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ESAF 2019: Gemeinsam in Schwung

Volksfest, Brauchtum, Kraft, Fairness, Tradition, Jung und Alt: Begriffe, die den Schwingsport seit über 700 Jahren treffend beschreiben. Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest (ESAF) fand vom 23. bis 25. August 2019 in Zug statt. Als Königspartnerin war die Zuger Kantonalbank mit vollem Schwung dabei.

Auch nach dem Schlussgang finden Sie hier viel Lesenswertes rund ums Schwingen und das ESAF 2019. Schmökern Sie in den interessanten Artikeln und schwelgen Sie in Erinnerungen an ein spannendes, sonniges und wunderbares Eidgenössisches Schwing- und Älplerfest.

Mo, 08. Apr 2019

Steinstossen am Eidgenössischen

Schnelligkeit und Kraft in Einklang bringen – das Steinstossen hat sich in den letzten Jahren zum Leistungssport entwickelt. Unterschieden wird am Eidgenössischen nach drei Kategorien.

Steinstoss-Vorschaubild

Ohne Schnelligkeit und Kraft geht im Steinstossen nichts.

Hart wie Stein

Auch am ESAF 2019 in Zug findet das traditionelle Steinstossen statt. Gestossen wird nicht nur mit dem Unspunnenstein, sondern auch mit dem 40 kg schweren Mythenstein und dem 20 kg schweren Turnerstein. Letzterer wird einhändig mit Anlauf gestossen. Der Rekord liegt bei 9,01 m. Der doppelt so schwere Mythenstein wird einhändig «aus Stand» gestossen. Hier liegt der Rekord bei 4,96 m. Der Hauptwettkampf findet mit dem Unspunnenstein statt. Dieser wiegt 83,5 kg. Er kann mit Anlauf und beidhändig gestossen werden. Zurzeit liegt der Rekord bei 4,11 m. Das Steinstossen hat eine lange Tradition. Schon vor mehr als 700 Jahren trainierten die Eidgenossen ihre Kräfte für Söldner Einsätze mit Steinen. Für Hirten und Sennen war das Steinstossen ein Kräftespiel. Heute gibts dafür das Fitnessstudio. Was macht also die Faszination Steinstossen aus?

Der steinharte Mann

Trainieren, ans Limit gehen, seinen Körper fit machen und sich stetig verbessern – das Steinstossen ist eine Leistung, die durch Eigenleistung der Steinstösser hervorgebracht wird. Und es ist eine Sportart, bei der Schnellkraft gefragt ist. Die Faszination liegt darin, dass nicht nur die reine Muskelkraft eine Rolle spielt. Nur wenn der Steinstösser auch entsprechend schnell ist, eine gute Technik hat, fliegt der Stein weit. «Am besten ist es, wenn der Stein ‹herausgelupft› wird», erklärt Beat Keiser, Ressortleiter Steinstossen am ESAF 2019 in Zug. Herauslupfen beutetet, dass der Stein fliegt – ohne grosse zusätzliche Anstrengung aus dem Arm heraus.

«Viele gute Steinstösser sind auch gute Kugelstösser, Speer- oder Diskuswerfer, und im Bobsport sind ihre Kraft und ihre Explosivität als Anschieber sehr gesucht. Zahlreiche Steinstösser haben einen turnerischen Hintergrund, denn das Steinstossen ist eine Disziplin des polysportiven Nationalturnwettkampfs.»

Beat Keiser

Qualifikationen vor dem Wettkampf am ESAF

Nachdem beim Eidgenössischen Schwingfest in Burgdorf 2013 der Zeitplan beim Steinstossen sehr strapaziert wurde, entschieden die Verantwortlichen des ESAF 2016 in Estavayer, eine Qualifikation durchzuführen. Auch für das ESAF in Zug müssen sich die Stösser qualifizieren. Es werden ihnen drei Qualifikationsdaten angeboten. Über alle drei Qualifikationswettkämpfe wird eine Rangliste erstellt, und die je 24 besten Stösser pro Steingewicht qualifizieren sich für den Hauptwettkampf am 24. August 2019. Damit die Voraussetzungen für alle Stösser gleich sind, finden die Qualifikationen sowie der Wettkampf in der Leichtathletikanlage Herti in Zug statt.

Die besten fünf Stösser werden am Final am Sonntag, 25. August 2019, mit dem Unspunnenstein vor über 50’000 Zuschauern in der «Zug Arena» in weiteren zwei Versuchen ihren «König» ausmachen. Titelverteidiger und Favorit ist der 24-jährige Schwyzer Remo Schuler.

Der gestohlene Stein

Der Unspunnenstein hat eine bewegte Geschichte: Der erste Stein, der beim ersten Unspunnenfest in Interlaken 1805 gestossen wurde, war schon beim zweiten Unspunnenfest 1808 nicht mehr auffindbar, und es wurde mit einem neuen Stein gestossen. Dieser Stein wurde 1905 dem Turnverein Interlaken in die Obhut übergeben. Bis 1993 wurde dieser Stein jeweils am Unspunnenfest und am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest gestossen. Am 3. Juni 1984 wurde er von jurassischen Separatisten, den Béliers, aus dem Touristikmuseum in Interlaken gestohlen. Am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest 1986 in Sitten wurde mit einem Replikat aus dem Grimsel-Gebiet gestossen, der so bearbeitet worden war, dass die ursprüngliche Form und das Gewicht wieder stimmten. Am 11. August 2001 tauchte der gestohlene Stein am Marché-Concours in Saignelégier, als Bonbon verpackt, wieder auf. Allerdings wurden ihm zwölf Europasterne, das Emblem der Beliérs, und das Datum «6. Dezember 1992» eingemeisselt, was ihn gut zwei Kilo leichter und für die weitere Benützung als Wettkampfstein unbrauchbar machte. 2005 wurde der Stein während einer Ausstellung im Hotel «Victoria-Jungfrau» erneut gestohlen und ist seither verschollen. Die Diebe hatten die Kette, mit der der Unspunnenstein gesichert war, durchtrennt und den Stein abtransportiert. An seiner Stelle hinterliessen sie einen Pflasterstein mit aufgemaltem Jura-Wappen.

Beim ESAF in Zug wird dem jetzigen Unspunnenstein deshalb ein besonderes Augenmerk zuteil. Er wird nur am Festwochenende während der Vorrunde und im Final gestossen. Für die drei Qualifikationswettkämpfe wird mit einer weiteren Kopie gestossen. Es ist der Trainingsstein von Peter Michel, Präsident des Turnvereins Interlaken und ehemaliger Sieger mit dem Unspunnenstein.

Beat Keiser
Ressortleiter Steinstossen ESAF 2019 Zug


Kategorien: Fest


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