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Mo, 09. Dez 2019

Wenn Tempo 200 lebensgefährlich wird

Als kleiner Bub trieb ich gerne Sport. Einfach aus Zeitvertreib. Ich war putzmunter und quietschfidel. Plötzlich – mit 18 Jahren – traten bei mir jedoch erstmals gesundheitliche Probleme auf. Genauer gesagt: Herzstörungen schmälerten meine Lebensqualität. Einige Stunden nach dem Sport raste mein Herz mit Tempo 200. Dies unabhängig von der Sportart, sei es Tennis, Unihockey oder Badminton. Oft verschwand das Herzrasen nach wenigen Stunden wieder. Spätestens jedoch beim Eintreffen im nahegelegenen Spital war die Störung nicht mehr ersichtlich und deshalb auch nicht mehr messbar.

Marco-de-Moliner

Zuerst mal Entwarnung

In den folgenden Monaten wurde ich mehrmals durchleuchtet. Doch alle Versuche, diese Rhythmusstörungen zu dokumentieren, schlugen fehl. Letzte Variante: ein Eingriff am Universitätsspital Zürich. Dort konnte das Problem zwar evaluiert und dokumentiert, jedoch nicht gelöst werden. Aber sie teilten mir mit: Die vorhandene Fehlfunktion sei ungefährlich und könne medikamentös behandelt werden.

Ständig auf der Notfallstation

Einige Jahre später – ich war mittlerweile 22 Jahre alt – traten diese Rhythmusstörungen plötzlich fast wöchentlich auf. Die Mitarbeiter der Notfallstation wussten jeweils sofort, dass der Kardiologe ausrücken musste, sobald ich den Eingangsbereich betrat. So auch an diesem verhängnisvollen Abend, an dem der Hausarzt die erlaubte Dosis bereits verabreicht hatte, diese ohne Wirkung blieb und er mich deshalb persönlich ins Spital fuhr.

Wenn das Licht immer näher kommt

An diesem Abend war alles anders. Die verabreichten Medikamente zeigten keine Wirkung, mein Gesundheitszustand verschlechterte sich zunehmend. Der Herzschlag von rund 200 Schlägen pro Minute beeinträchtigte die Sauerstoffzufuhr zum Hirn. Immer mehr weissgekleidete Personen umschwirrten mich. Und plötzlich war da das gleissende Licht. Zuerst schien die Distanz zu diesem Licht weit entfernt. Fast mythisch kam mir das Licht langsam entgegen. Auf einmal kam es mir so vor, als betrachte ich mich selbst von oben herab auf dem Spitalbett. Dann verlor ich mein Bewusstsein.

Meine Lebensgeister machen einen Freudentanz

Es muss viel Zeit vergangen sein, bevor ich meine Augen wieder öffnete. Die Freude der weissgekleideten Personen um mich herum war nicht nur sichtbar, sondern auch spürbar. Die Lebensgeister tanzten wie die Teilnehmer einer Strassenparade. Die ersten Bewegungen fühlten sich so langsam an, wie wenn der Tau behutsam an einem Grashalm herunterkullert. Die sogenannten Halbgötter in Weiss hatten diesmal gute Arbeit geleistet. Dafür bin ich bis heute unendlich dankbar. Ob es Glück oder Schicksal war und ob vielleicht doch eine höhere Macht hinter allem steckt – niemand weiss es.

«Für jeden Morgen dankbar sein, an dem man aufstehen kann.» Dieser Spruch widerspiegelt mein Lebensmotto perfekt.

Marco De Moliner, Privatkundenberater


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