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«Staubsaugen ist definitiv mein Ämtli»

Warum Dominik Waser staubsaugen muss, wer «Schwingfäschtli» auf einer Matratze zuhause veranstaltet hat und wann erfolgreiche Schwinger keinen Bissen runterbekommen – all das verraten wir im grossen Interview. Weiterlesen lohnt sich!

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Zum Interview getroffen haben wir Dominik Waser und Marco Reichmuth auf dem Aussenschwingplatz in Baar. Der Abend war sonnig, die Stimmung schrie schon fast nach einem kühlen Bier und einer leckeren Wurst vom Grill. Aber erfolgreiche Schwinger stehen auch dann im Sägemehl, wenn andere faul in der Badi liegen oder Freunde zum Grillieren treffen. Rund drei- bis viermal trainieren Dominik und Marco pro Woche. Warum tut man(n) sich das an? Wir haben nachgefragt:

Wie seid ihr zum Schwingen gekommen?

«Vor 18 Jahren sprach mich Heggli Friedel, der damalige Präsident des Schwingklubs Cham an. In der Landi in Meierskappel! Die gabs damals noch», erinnert sich Dominik Waser und schmunzelt. «Ich sei einer fürs Schwingen, meinte der Friedel», und ergänzt weiter: «Aber die Entscheidung war nicht einfach. Ich war Torwart beim FC Rotkreuz! Friedel und der Klub mussten mich schon überzeugen, dass das Schwingen ein guter Sport ist, denn für beides hatte ich keine Zeit.» Bei Marco Reichmuth war der Einstieg klarer: «Mein Grossvater und Vater haben schon geschwungen. Mein Bruder Pirmin hat dann zwei Jahre vor mir und meinem Zwillingsbruder Roland begonnen. Es war schnell klar, dass auch ich ins Sägemehl steigen werde. Wir haben zu Hause schon als 5-Jährige bereits Trockenübungen gemacht und mit meinen Brüdern geschwungen – entweder im Garten auf einem Rasenplatz oder in der Wohnung auf Matratzen. Zusammen mit unseren Cousins wurden jeweils kleine «Schwingfäschtli» durchgeführt, wenn sie zu Besuch waren. Mit 8 Jahren durften wir endlich dem Schwingklub Cham-Ennetsee beitreten und unsere Schwingbegeisterung auf Vereinsebene ausleben.»

Wenn die halbe Familie schwingt…

«… dann ist das Schwingen zuhause halt schon sehr präsent», weiss Marco und ergänzt: «Während der Saison verbringen wir fast jedes Wochenende auf dem Schwingplatz. Wir pushen uns gegenseitig und unterstützen uns sowohl beim Wettkampf als auch im Training. Niemand kennt mich so gut wie meine Brüder. Sie geben mir wertvolle Ratschläge und Tipps.»

Was machst du, Dominik, wenn du am Wochenende bei keinem Schwingfest aktiv angemeldet bist?

«Als Zuschauer bin ich selten an einem Schwingfest. Wenn du so viel Zeit fürs Training investierst, rund vier Abende in der Woche, und an so vielen Schwingfesten teilnimmst, dann brauchst du auch mal ein Wochenende für dich und die Familie. Meine Frau verzichtet so schon genug auf mich. Und dann bringe ich auch noch zweimal in der Woche Sägemehl vom Training mit nach Hause (lacht) – Staubsaugen ist definitiv mein Ämtli.»

Was steht bei euch auf dem Essensplan vor einem Schwingfest?

«Essen vor dem Schwingfest? Ich bringe keinen Bissen runter. Dafür bin ich viel zu nervös! Maximal esse ich einen Energy-Riegel», erklärt Dominik. Marco hingegen verfolgt eine andere Taktik: «Die Woche vor dem Schwingfest versuche ich viel und gesund zu essen und ausreichend zu trinken. Am Schwingfest selber esse ich nicht so viel. Die starten oft schon um 5.00 Uhr am Morgen – da ist mein Appetit sehr begrenzt. Ich trinke einen Kaffee und vielleicht noch einen Shake. Mehr definitiv nicht.»

Bei so viel Sport, gesunder Ernährung: Wie viel Zeit bleibt fürs Party machen?

Marco schmunzelt und meint: «Obwohl ich noch sehr jung bin, trifft man mich selten im Ausgang. Insbesondere vor den Schwingfesten bin ich konsequent zuhause und spare meine Energie. Wenn ich nicht am Schwingfest oder beim Training bin, nehme ich mir Zeit für meine Freundin.» Dominik sieht es realistisch und antwortet lachend: «Ich bin schon in dem Alter, in dem du den Montag danach in den Knochen spürst! Steht dann Konditionstraining an, kommt das nicht gut. Somit geniesse ich lieber gemütliche Abende mit meiner Frau. Aber es gibt sicher auch Schwinger, die am Samstag vor dem Schwingfest noch in den Ausgang können und trotzdem am Tag darauf vorne mitschwingen.»

Immer grössere Feste, immer grössere Sponsorenverträge – wie steht ihr zu dieser Entwicklung?

Marco Reichmuth ist kritisch und setzt Grenzen: «Das mediale Drumherum sollte kein noch grösseres Ausmass annehmen. Ansonsten läuft der Schwingsport Gefahr, seine Wurzeln zu verlieren. Denn das Schöne beim Schwingen ist doch, dass alle gleich sind – so sollte es auch bleiben. Klar helfen die Medienberichte und Sponsoren unserem Sport sich zu entwickeln und für Aufmerksamkeit zu sorgen – aber alles hat Grenzen.»

Dominik will es auch weiterhin traditionell: «In meinen Augen sollten insbesondere die Bergkranzfeste sehr urtümlich bleiben. Zu viel Presse-Aufmarsch kann das Ambiente bei einem solchen Fest erheblich stören. Dazu müssen wir sicher Sorge tragen. Die Berichte helfen zwar dem Sport, aber sie sollten in einem gesunden Masse produziert werden und die Zuschauer vor Ort nicht zu fest beeinträchtigen.»

Welche Kämpfe sind euch am besten in Erinnerung geblieben?

«Ich musste als junger Schwinger oftmals gegen stärker eingestufte Schwinger, auch Eidgenössische Kranzschwinger, antreten. Das ist eine grosse Ehre und motivierte mich jeweils enorm. Da konnte ich oftmals meine beste Leistung abrufen und gelegentlich auch stärker eingestufte Schwinger bezwingen. Eidgenössische Kranzschwinger haben halt den Druck, dass sie gewinnen müssen. Das kam mir jeweils zu Gute. Das schönste Erlebnis und mein persönliches Highlight war der Kranz, den ich am Brünig gewann», erklärt Dominik und schwelgt in Erinnerungen. Marco weiss genau, an was er sich am liebsten erinnert und grinst: «Ganz klar, als ich meinen ersten Kranz gewann! Den habe ich auch gebührend gefeiert!»

Verratet uns bitte eure Schwing-Ziele! :-)

«Ich freu mich auf die kommenden Schwingfeste. Das ESAF 2019 ist noch sehr weit weg und noch überhaupt nicht im Fokus. Wie ich die Ziele fürs ESAF 2019 setzen kann, musst du mich im nächsten Jahr nochmals fragen, bis dahin kann viel passieren», meint Marco. Dominik hingegen ist zugleich geheimnisvoll wie auch konkret in seiner Zielsetzung: «Ziele habe ich, aber die behalte ich für mich. Den mentalen Druck baut sich jeder selber schon auf, da braucht es meiner Meinung nicht auch noch das Umfeld, um diesen weiter zu steigern. Mein erstes Ziel beim Schwingen ist sicher gesund zu bleiben. Zum zweiten will ich so schwingen, dass ich mit meinen Leistungen zufrieden bin. Das gilt auch fürs ESAF im nächsten Jahr. Ich möchte nicht nach dem Fest sagen müssen: Hättest du doch mehr dafür gemacht!»

Wie spürt ihr im Moment das ESAF 2019?

Marco spürt das ESAF nicht so stark – weder persönlich noch im Training. Eher schlägt er sich mit anderen Fragen rum: «Im beruflichen oder privaten Umfeld gibt es die typischen Fragen nach Tickets. Aber da sage ich stets: Ich habe leider auch keine Tickets zu vergeben (lacht)!»

Bei Dominik ist das ESAF sogar zuhause: «Ich habe mir daheim als Motivation ein Plakat aufgehängt!» Beide Schwinger sind aber davon überzeugt, dass «es jedem Schwinger im Kanton Zug einen Extra-Schub verleihen wird».

Danke fürs Interview und alles Gute fürs #ESAF19.


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