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Eigenheimmarkt

Mögliche Auswirkungen auf den Zuger Wohneigentumsmarkt

Der Zuger Wohneigentumsmarkt dürfte nur unwesentlich von der aktuellen Situation betroffen sein. In Anbetracht der konjunkturellen Turbulenzen ist es zwar möglich, dass sich die Corona- Krise kurzfristig auch auf die Zuger Eigenheimmärkte auswirken könnte; ein starker und anhaltender Einbruch der Nachfrage ist aus heutiger Sicht jedoch eher unwahrscheinlich. Denn auch wenn der Wohneigentumsmarkt im Kanton Zug nur etwa 40 Prozent des Gesamtmarkts ausmacht, sind Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser äusserst begehrt. Daran dürfte sich auf längere Sicht nichts Wesentliches ändern.

Das Finanzierungsumfeld bleibt günstig

Der zurzeit wichtigste Nachfragetreiber ist das günstige Finanzierungsumfeld. Zuletzt wurden im Zuge der Coronavirus-Pandemie zwar Zinsausschläge nach oben beobachtet; als wahrscheinliches Zukunftsszenario gilt jedoch, dass sich die Hypothekarzinsen mittelfristig auf einem Niveau um das Allzeittief des vergangenen Jahres einpendeln werden. Damit bleiben für Kaufinteressenten die Finanzierungskonditionen immer noch sehr attraktiv. Nicht zu vernachlässigen sind ausserdem die gut ausgebauten Sozialsysteme. Diese stellen sicher, dass bestehende Hypotheken auch bei Lohnausfällen weiterhin bedient werden können. Darüber hinaus hat der Kanton Zug im Zusammenhang mit der Corona- Krise bereits Steuersenkungen beschlossen, die Privatpersonen und Firmen stärker entlasten und die Attraktivität des Kantons als Wohnstandort festigen sollen.

Temporär gedämpfte Nachfrage zu erwarten

Doch selbst wenn vieles dafür spricht, dass sich die Zuger Wohneigentumsmärkte trotz Corona-Krise gut behaupten werden, muss mit einer temporären Nachfragemodelle gerechnet werden. Viele Käuferinnen und Käufer dürften sich wegen der erhöhten Unsicherheit bezüglich ihrer Arbeitsplätze zum jetzigen Zeitpunkt gegen die Investition in ein Eigenheim entscheiden. Erschwerend kommt dazu, dass während der Bekämpfung der Pandemie Objektbesichtigungen und Kaufverhandlungen stark eingeschränkt sind. Zudem ist davon auszugehen, dass die für Wohneigentum so wichtigen höheren Einkommensklassen sinkende Gesamtlöhne und Wertverluste bei ihren Eigenmitteln in Kauf nehmen müssen – Letztere infolge der jüngsten Talfahrt an den Aktienmärkten. Für die kommenden Monate ist deshalb zu erwarten, dass die Zahl der Eigenheimtransaktionen zurückgehen wird.

Zuger Eigenheimmarkt ist strukturell gesund

Ein allfälliger temporärer Nachfragerückgang trifft im Kanton Zug jedoch auf einen strukturell sehr gesunden Eigenheimmarkt. Sowohl im Markt für Eigentumswohnungen als auch im Bereich der Einfamilienhäuser steht der Nachfrage ein sehr begrenztes Angebot gegenüber. Bei den Eigentumswohnungen kommen derzeit auf jedes Inserat, das auf Vermarktungsplattformen im Internet geschaltet wird, im Schnitt zwölf Suchende. Und im praktisch ausgetrockneten Einfamilienhausmarkt liegt das Verhältnis noch deutlich höher. Selbst wenn ein Teil des Nachfrageüberhangs im Zuge der Corona-Krise wegfällt, dürfte ein erheblicher Kreis von Kaufinteressenten erhalten bleiben – vorausgesetzt, die derzeitige Ausnahmesituation ist nicht von allzu langer Dauer. Angesichts der bereits vor der Krise dürftigen Bautätigkeit ist denkbar, dass im Zuge einer konjunkturellen Erholung die Eigenheimnachfrage auf ein noch geringeres Angebot treffen wird.

Eigentumswohnungen: Angebot und Baubewilligungen

Leichte Preiseinbussen bei Transaktionen möglich

Von substanziellen Preiseinbrüchen oder schwerwiegenden Rückgängen der Marktwerte ist im Kanton Zug in Anbetracht des sehr knappen Angebots nicht auszugehen. Leicht reduzierte Eigenheimpreise sind aufgrund der konjunkturellen Schwierigkeiten dennoch in beiden Teilsegmenten möglich. In einem solchen Szenario dürften die Preise von Eigentumswohnungen etwas stärker sinken als die Preise von Einfamilienhäusern. Auch die Frage der Erschwinglichkeit von Wohneigentum wird zunehmend in den Vordergrund rücken, weshalb Rückgänge bei den Preisen von Luxusimmobilien nicht ausgeschlossen sind. Diesbezüglich wären einige Anbieter im Kanton Zug stärker exponiert als in anderen Regionen der Schweiz, machten doch Eigentumswohnungen mit einem Kaufpreis von mindestens 2 Millionen Franken im letzten Jahr rund 17 Prozent aller Inserate aus. Zum Vergleich: Im Gesamtschweizer Markt für Eigentumswohnungen entfielen nur etwa 7 Prozent aller Inserate auf diese Preisklasse.

Eigentumswohnungsangebote nach Preisklassen

(in CHF pro Objekt, 2019)

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