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Einschätzungen zum Einfluss der Corona-Krise auf den Immobilienmarkt Zug

Rund um den Globus werden zurzeit drastische Massnahmen ergriffen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Das hat gravierende Auswirkungen auf das individuelle und das gesellschaftliche Leben, auf die globale Wirtschaftsleistung und damit auch auf etliche Immobilienmärkte. Doch der aktuelle Ausnahmezustand birgt auch Chancen und Entwicklungspotenziale. So wird nicht nur die Digitalisierung stark vorangetrieben und die Innovationskraft zahlreicher Unternehmen gestärkt: Einzelne Branchen profitieren sogar von der Krise und verzeichnen bereits eine wachsende Nachfrage.

Konjunkturrückgang und erhöhte Unsicherheiten auch in der Schweiz

Auch die Schweizer Wirtschaft wird im laufenden Jahr gefordert sein. Die Ausfälle im Detailhandel, in der Gastronomie und im Tourismus sowie Einschränkungen in den Produktionsunternehmen und bei den Handelstätigkeiten werden das Konjunkturwachstum stark beeinträchtigen. Wurde noch Anfang des Jahres damit gerechnet, dass die hiesige Wirtschaft heuer um 1,5 Prozent zulegen würde, erscheint eine Rezession nun unausweichlich. Die Unsicherheiten sind gross – entscheidend wird sein, wie lange und wie intensiv die Abwehrmassnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus die Wirtschaftsaktivitäten beeinträchtigen.

Solide Schweizer Fundamentaldaten

Die Ausgangslage zur Bewältigung der Corona-Krise ist hierzulande gut. So kann die Schweiz auf eine ganze Dekade mit stetigem Wachstum zurückblicken, nachdem die Wirtschaftsleistung im Jahr 2019 um 0,9 Prozent angestiegen ist. Die schweizweite Arbeitslosenquote lag Anfang des Jahres bei ausserordentlich tiefen 2,3 Prozent. Im Kanton Zug betrug sie gar nur 1,9 Prozent. Zudem konnten der Bund und zahlreiche Kantone – darunter auch der Kanton Zug – in den letzten Jahren Überschüsse erwirtschaften. Das erhöht den Spielraum für die finanzielle Unterstützung, welche die hiesigen Unternehmen bei der Bewältigung dieser Situation dringend benötigen. Neben den vom Bund in Aussicht gestellten Mitteln zur Stabilisierung der Wirtschaft hat die Zuger Regierung bereits ergänzende Massnahmen beschlossen. Dazu zählt neben Steuersenkungen und Kreditausfallgarantien auch ein Sonderfonds für Härtefälle bei Kleinbetrieben, die im Kanton Zug die Mehrheit aller Arbeitsplätze stellen.

Diversifizierte Branchenstruktur stützt die Zuger Wirtschaft

Die Zuger Wirtschaft profitiert von ihrer breit diversifizierten Branchenstruktur, in der beispielsweise der stark gebeutelte Detailhandel und die Gastronomie stellenmässig untervertreten sind: Gemessen an der Gesamtbeschäftigung machen diese Bereiche im Kanton Zug lediglich 6,9 Prozent aus, im Schweizer Durchschnitt sind es 10,4 Prozent. Deutlich überrepräsentiert sind hier dagegen Wirtschaftsbereiche, die durch die Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus bislang weniger stark eingeschränkt wurden. Eine wichtige Branche ist im Kanton Zug der Grosshandel, der neben Rohstoffen auch auf pharmazeutische Produkte und Life-Science-Güter ausgerichtet ist. Ebenfalls stark vertreten sind diverse Dienstleistungsunternehmen, deren Mitarbeitende grösstenteils von zu Hause aus arbeiten können.

Ersten Schätzungen zufolge beträgt der Anteil der Beschäftigten, deren Betrieb aufgrund der Corona-Krise vorübergehend geschlossen wurde, auf nationaler Ebene rund 20 Prozent. Ein wesentlich geringerer Beschäftigtenanteil, nämlich nur rund 15 Prozent, dürfte von den aktuellen Betriebsschliessungen im Kanton Zug direkt betroffen sein. Nochmals milder fallen die monatlichen Wertschöpfungsverluste aus, welche die Zuger Wirtschaft verglichen mit der Schweizer Wirtschaft derzeit zu verkraften hat. Provisorische Berechnungen von Wüest Partner weisen darauf hin, dass der aktuelle Wertschöpfungsverlust in der Schweiz um 80 Prozent höher ausfällt als im Kanton Zug. Damit stärkt die Branchenstruktur die relative Position der Zuger Wirtschaft, die sich den gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen aber nicht entziehen kann.

Branchenverteilung im Kanton Zug, 2017

(Vollzeitäquivalente, in Prozent der Gesamtbeschäftigung)

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