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Fr, 19. Mai 2017

Darlehen oder Schenkung?

Wer eine Hypothek für ein Eigenheim will, muss einen gewissen Prozentsatz Eigenmittel einbringen. Hier eine Übersicht der gängigsten Varianten.

Laut den Experten der Zuger Kantonalbank gilt: 80 Prozent des Kaufpreises eines Hauses können, unter Berücksichtigung der langfristigen Tragbarkeit, über eine Hypothek finanziert werden, 20 Prozent sind durch eigene Mittel abzudecken. 10 Prozent davon dürfen nicht aus Pensionskassenguthaben oder Darlehen stammen, sondern müssen «harte» Eigenmittel sein. Zum harten Eigenkapital gehören beispielsweise Erspartes, Schenkungen, Erbvorbezüge, Guthaben veräusserter Wertpapiere oder Gelder aus der 3. Säule.

Schenkung

Eine Schenkung ist definiert als eine «lebzeitige unentgeltliche Zuwendung eines Vermögenswertes ». Wenn Eltern ihren Kindern einen Vermögenswert unentgeltlich zukommenlassen, ist zu beachten, dass die Pflichtteile der übrigen Kinder nicht verletzt werden. Die Schenkung kann Bargeld oder eine Liegenschaft sein.

Vorsorgegelder der 2. Säule

Es steht jedem frei, sich sein verfügbares Freizügigkeitskapital von der Pensionskasse auszahlen zu lassen (Vorbezug) oder seine Freizügigkeitsleistungen zu Gunsten einer höheren Hypothek zu verpfänden. Die Zuger Kantonalbank empfiehlt die zweite Variante, da hier die Pensionskassenleistungen unberührt bleiben. Darüber hinaus bezahlt man bei der Verpfändung keine Steuern. Sollte dennoch die erste Variante gewählt werden, sei es wichtig, zu bedenken, dass sich die Vorsorgeleistungen bei Pensionierung immer und bei Tod oder Invalidität in den meisten Fällen reduzieren können. Wer einen Wohneigentumsförderungsvorbezug vollständig zurückzahlt, sollte auf keinen Fall vergessen die bezahlte Sondersteuer wieder zurückzufordern. Ausserdem darf er ab dann wieder steuerbegünstigt in seine Pensionskasse einkaufen und kann so seine Vorsorgeleistungen verbessern und seine Einkommenssteuern senken.

Vorsorgegelder der 3. Säule

Auch die 3. Säule kann für den Erwerb von selbst bewohntem Wohneigentum genutzt werden. Genau wie bei der 2. Säule gibt es zwei Optionen, gesparte Vorsorgegelder zur Förderung von Wohneigentum zu nutzen. Zum einen können einbezahlte Gelder der Säule 3a vorzeitig für den Kauf des Eigenheims bezogen werden. Zum anderen gibt es die Möglichkeit, die Vorsorgegelder zu verpfänden und von Steuervorteilen zu profitieren. Wie bei der Nutzung von Pensionskassengeldern ist das ausbezahlte Kapital der Säule 3a zu versteuern. Doch im Gegensatz zur 2. Säule müssen diese Vorbezüge beim Verkauf des Eigenheims nicht zurückbezahlt werden. Grundsätzlich empfehlen die Experten der Kantonalbank immer zuerst die Auflösung oder Verpfändung der 3. Säule, damit im Alter nicht mit Leistungseinbussen bei der Pensionskasse gerechnet werden muss.

Erbvorbezug

Für Jüngere eine Variante

Möchten jüngere Personen Wohneigentum erwerben, sind sie fürs Eigenkapital oft auf finanzielle Hilfe ihrer Eltern angewiesen. Diese können beispielsweise einen Erbvorbezug gewähren. «Diesen Betrag muss sich das Kind dann bei der Erbteilung an seinen Erbanteil anrechnen lassen», erklärt Monika Günter, Leiterin Abteilung Güter- und Erbrecht bei der Zuger KB. Sofern keine Zinsaufrechnung vereinbart oder von den Eltern verfügt werde, müsse es sich aber nur den erhaltenen Kapitalbetrag anrechnen lassen. Vor einer Zuwendung sei unbedingt die Vermögenssituation nach der Zuwendung zu prüfen.

Sind mehrere Kinder vorhanden, sollte berücksichtigt werden, dass auch die anderen Kinder einmal einen Erbvorbezug, eine Schenkung oder ein Darlehen wünschen könnten oder dass die Eltern zu einem späteren Zeitpunkt alle Kinder gleich behandeln und den übrigen Kindern ebenfalls bereits zu Lebzeiten einen Betrag geben möchten. Bei einer Schenkung oder dem Erbvorbezug können zudem Schenkungsgebühren anfallen. Diese sind kantonal geregelt und in demjenigen Kanton zu entrichten, wo der Schenker seinen Wohnsitz hat. In den meisten Kantonen sind die Nachkommen jedoch von der Schenkungssteuer befreit.

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