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Fr, 19. Mai 2017

Loslassen macht keine Mühe

Maria (68) und Markus Meienberg (72) haben als Pensionäre eine neue Wohnung gekauft und sind dafür in einen anderen Ort gezogen. Aber dieser Wechsel hat sich für sie auf allen Ebenen gelohnt.

Maria und Markus Meienberg

Die Küche ist Maria Meienbergs Lieblingsort, doch auch ihr Mann Markus hilft gerne mit.

Bild: Stefan Kaiser

Wer von Markus Meienberg eine E-Mail bekommt, wundert sich vielleicht auf den ersten Blick. Unter seinem Namen steht in einem blauen Kasten «Meienberg – im kreativen Ruhestand». Diese Feststellung passt perfekt zum 72-Jährigen. Er hat einst Grafiker gelernt und jahrelang als Autojournalist im Kanton Zug gearbeitet.

Doch Markus Meienberg hat nicht nur eine gute Schreibe, sondern er besitzt auch eine ruhige Hand, mit der er gerne und oft zeichnet. So hat er fast vierzig Jahre lang für die oft bissige Stadtzuger Fasnachtspostille «Feuerhorn» gezeichnet und getextet. Noch heute nimmt er den Bleistift oft zur Hand. Er geht mit der Zeit, indem er diese Bilder dann einscannt und ihnen am Computer die passenden Farben verpasst. Er sitzt aber heute nicht mehr so oft in seinem Büro, sondern hilft auch seiner Frau beim Kochen. «Die Küche ist mein Lieblingsort», sagt Maria Meienberg und fügt an: «Dort habe ich das Sagen.» Ihr Mann akzeptiert die Rollenverteilung ohne Murren. Beide bezeichnen sich als Geniesser, die gerne gut essen. «Heute essen wir aber nicht mehr so oft auswärts wie früher», sagt Markus Meienberg. Beide trinken beim Speisen auch immer wieder gerne ein gutes Glas Wein. Auch in Sachen Freizeitgestaltung eint sie ein Hobby. Beide stehen immer wieder gerne auf dem Golfplatz. «Ich liebe die Natur. Das befreit mich», sagt Maria Meienberg.

Keine Strasse stört die Ruhe

In ihrer neuen Wohnung in der Chamer Klostermatt, welche sie im Herbst 2015 bezogen haben, muss Maria Meienberg nur die Balkontüre aufmachen, um Landluft einatmen zu können. Ganz in der Nähe befindet sich ein Bauernhof, und keine Strasse stört die Ruhe. Bei der Wohnungswahl sei das, so sagt Maria Meienberg, auch ein wichtiger Punkt gewesen: «Ich brauche eine Parterrewohnung. Ich verstecke mich nicht gerne.» Die neue Wohnung der Meienbergs hat sich für sie als Lottosechser erwiesen. «Sie entspricht allen Aspekten, die wir für wichtig erachtet haben», sagt Markus Meienberg. Die 31/2-Zimmer- Wohnung hat mit rund 130 Quadratmetern einen grosszügigen Grundriss. Zwar müssen die Meienbergs, die in Oberwil mit ihren drei Kindern ein grosses Haus mit acht Zimmern bewohnt haben, mit weniger Platz zurechtkommen.

Doch dies scheint ihnen keine Probleme gemacht zu haben. Markus Meienberg sagt: «Das Loslassen ist gut gegangen. Ich habe mein ganzes Archiv in den Abfall geworfen.» Ganz entsorgt hat Meienberg aber das Ergebnis seiner jahrelanger Arbeit aber doch nicht ganz. Er hat sie einfach auf die Festplatte seines Computers verlagert. «Er war motiviert, loszulassen. Das hat auch mir geholfen», sagt Maria Meienberg, die bis zu ihrer Pensionierung als Pflegefachfrau im Zuger Kantonsspital gearbeitet hat.

Umzug ist gut gegangen – auch dank der Hausbank

Der Umzug habe reibungslos geklappt, erzählen beide. Sie haben ihr altes Heim verkaufen können. «Wir haben mit der Hypothek der Zuger Kantonalbank für den Kauf unseres neuen Heimes eine optimale Lösung gefunden. Uns ist eine sehr gute Beratung zuteil geworden», sagt der 72-jährige Grafiker und fügt an: «Es ist der letzte Umzug gewesen. Wir zügeln nicht mehr. Hier sind wir glücklich.» Dies auch, weil sie bei der Ausstattung der Wohnung viel selber bestimmen konnten. Aus Oberwil «mitgekommen» ist das gelbe Sofa. Es gibt dem Wohnzimmer der Meienbergs ein spezielles Gepräge. Der Boden ist in der Küche und im Wohnzimmer in Stein gehalten, der die Prägung von Beton hat. In den anderen Räumen sorgt ein schön gefaserter Holzboden für wohlige Wärme. Die Wahl der Bodenbeläge hat aber wohl noch einen anderen Grund. In der Wohnung des Ehepaars ist es nicht jeden Tag ruhig. «Wir hüten regelmässig unsere fünf Enkel und eine Enkelin», sagt Maria Meienberg. Die Nachkommen ihrer Kinder sind zwischen einem Jahr und zehn Jahre alt. Da gehe es ab und zu auch wild zu und her», erklärt die Frau im Hause Meienberg. Und dabei ist sie natürlich froh, dass ihr Mann nur noch ganz wenige Mandate erledigt und so auch mithilft, sich um die Enkel zu kümmern. In der Wohnung ist alles da, was es für die Enkel braucht. Selbst ein Wickeltisch und ein kleines Bettchen für die Kleinsten fehlen nicht. Überhaupt bedeutet den beiden Pensionären ihre Nachkommenschaft sehr viel. Der Zusammenhalt sei gut. Und wie es sich heute gehört, ist ein Familienchat eingerichtet worden, zu dem auch die Eltern Meienberg ihren aktiven Beitrag leisten. Ihre nächsten grossen Ferien im Oktober werden Maria und Markus Meienberg so mit ihrer ganzen Familie im Piemont verbringen. «Wir haben dort ein ganz grosses Haus gemietet», erklärt Markus Meienberg. Die Bleibe haben sie sich im Internet gesucht. Sie wissen dabei bereits jetzt, was sie dort erwartet. Im Rahmen einer Zunftreise haben sie im vergangenen Jahr bereits vor Ort recherchiert. «Wir geniessen unsere Gesundheit und unsere Enkel», sagt Maria Meienberg.

Aufs Alter hin das Busfahren entdeckt

Aber die noch sehr rüstigen Pensionäre erkunden gerne auch zu zweit die Welt. Dabei zieht es sie nicht unbedingt in die Ferne. «Ich gehe gerne fort, aber es muss nicht für lange sein. Wir haben ja ein schönes Zuhause», sagt Maria Meienberg denn auch. Wichtig ist einfach, dass ein Golfplatz in der Nähe ist. Diesbezüglich haben die Meienbergs gegenüber ihrem früheren Wohnort Oberwil sogar den Weg zu einer solchen Spielstätte verkürzt. Erstaunlich dabei: Die beiden fahren oft auch mit dem Velo zum Golfplatz nach Holzhäusern. Natürlich ohne den Golfbag. Den haben sie dort gelagert.

Aber auch sonst sind die Meienbergs mittlerweile sehr umweltbewusst unterwegs. Markus Meienberg sagt: «Ich fahre als früherer Autojournalist und Autofreak immer noch gerne Auto, aber mir macht es auch Spass, mit dem Bus oder der Bahn in der Gegend herumzugondeln.» Er hat auch einen Zuger Buspass. Und so lässt Markus Meienberg auch oft das Auto zu Hause, wenn er an eine Veranstaltung geht: «In der Stadt bin ich mit Bahn und Bus schneller.» Das gilt auch für die Einkaufsmöglichkeiten, welche in der unmittelbaren Nachbarschaft liegen. Die Meienbergs sind in Cham angekommen und wollen auch dort bleiben. Alles in allem ein Umzug ohne Wehmut. Markus Meienberg hat nur noch einen Traum: ein Gerät, mit dem er die Kaffeemaschine fernsteuern kann.


Nachgefragt

Das Eigenheim an die Kinder weitergeben

Viele Ehepaare überlegen sich im Hinblick auf ihre Pensionierung, ihr Haus zu Lebzeiten an die Kinder abzutreten. Worauf es dabei zu achten gilt, weiss Monika Günter, Leiterin Abteilung Güter- und Erbrecht der Zuger Kantonalbank.

Monika Günter, was empfehlen Sie: Verkauf oder Schenkung?
Das kommt darauf an, ob die Eigentümer eine Gegenleistung geltend machen müssen oder diese wünschen. Das heisst, sie müssen sich überlegen, ob sie für ihren Lebensunterhalt im Alter finanzielle Mittel benötigen oder ob sie mit dem Gegenwert beispielsweise eine Eigentumswohnung kaufen möchten.

Empfehlen Sie eine Schätzung?
Hat ein Ehepaar mehrere Kinder, so ist der Übergabepreis so festzulegen, dass die anderen Kinder finanziell dabei nicht benachteiligt werden. Im Erbrecht ist bei der Zuweisung eines Grundstücks an einen Nachkommen grundsätzlich der Verkehrswert massgebend. Es ist deshalb empfehlenswert, die Liegenschaft durch einen Sachverständigen schätzen zu lassen und für die Festlegung des Übergabepreises vom Verkehrswert auszugehen. Hat das Kind zu wenig Eigenkapital, so besteht die Möglichkeit, dass ein Teil des Übernahmepreises von den Eltern als Erbvorbezug oder Darlehen gewährt wird.

Und die anderen Kinder?
Soweit es für die Eltern finanziell tragbar ist, kann auch eine Regelung getroffen werden, nach welcher den anderen Kindern ebenfalls ein Erbvorbezug in gleicher Höhe zugesprochen wird. Um spätere erbrechtliche Streitigkeiten zu vermeiden, sollte zudem mit allen Kindern ein Erbvertrag abgeschlossen werden. In diesem ist festzuhalten, dass der Übergabepreis von allen Beteiligten akzeptiert wird und dass die nicht übernehmenden Nachkommen keine weiteren Ansprüche aus diesem Rechtsgeschäft geltend machen.

Was gilt es bei den Steuern zu beachten?
Die steuerlichen Auswirkungen einer Liegenschaftsabtretung sind vorgängig abzuklären. Je nachdem, ob sich die Eigentümer der Liegenschaft eine Nutzniessung vorbehalten oder sich durch die Kinder ein lebenslängliches Wohnrecht einräumen lassen, sind die Steuerfolgen verschieden. Die Eltern als Nutzniesser bezahlen bei der Nutzniessung weiterhin die Steuern (Einkommens- und Vermögenssteuern), als Wohnrechtsberechtigte versteuern sie den Eigenmietwert als Einkommen, können aber den Unterhaltsabzug geltend machen. Bei der Abtretung der Liegenschaft können zudem auch bei Rechtsgeschäften zwischen Eltern und Kindern Grundstückgewinnsteuern anfallen.

Was für allgemeine Tipps haben Sie für Interessierte?
Oft lassen sich Wünsche nicht so schnell in die Realität umsetzen, besonders wenn man bestimmte Vorstellungen ans Wohnen im Alter hat. Es lohnt sich, sich früh darüber Gedanken zu machen, wie sich die Wohnsituation entwickeln könnte oder welche Wünsche und Vorstellungen man bezüglich Wohnen im Alter hat. Vielleicht kommt sogar ein Abtausch der eigenen grösseren Wohnung oder des Hauses mit der kleineren Wohnung eines Kindes in Frage. Die lebzeitige Übertragung einer Immobilie ist nicht nur rechtlich, sondern auch emotional eine anspruchsvolle Angelegenheit und bedarf sorgfältiger Planung.

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