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Vorsorgeblog: Wir begleiten Sie im Leben.

Wie sorge ich am besten privat vor? Was muss ich bei einem Jobwechsel beachten? Machen Lebensversicherungen noch Sinn? Kann ich mir eine Frühpensionierung leisten? Muss ich als Firmeninhaber zusätzlich privat vorsorgen? Fragen über Fragen, die wir Ihnen hier auf unserem Blog gerne beantworten. 

Egal ob Finanzplanung, Steuern, private oder berufliche Vorsorge, Güter- und Erbrecht: Unsere Fachspezialisten sind Profis auf diesen Gebieten.  Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen und freuen uns auf den Austausch mit Ihnen – hier auf unserem Blog oder im persönlichen Beratungsgespräch.

Mo, 17. Dez 2018

Unheilbar krank: «Keine Angst haben – leben!»

Multiple Sklerose (MS) veränderte das Leben unserer Kundin Claudia Villiger und ihres Mannes Andreas von einem Tag auf den anderen radikal. Bei MS ist das Nervensystem entzündet. Die Krankheit ruft schwere Beeinträchtigungen hervor. Aber das ist nicht der einzige Schicksalsschlag der werdenden Mutter.

Interview-Villiger-MS-Diabetis

Chronisch unheilbar krank – und jetzt?

Jeden Tag erhält eine Person in der Schweiz die Diagnose Multiple Sklerose. Zurzeit sind rund 15’000 Menschen betroffen. Claudia Villiger hat 2015 erfahren, dass sie MS hat. Bereits im Jugendalter bekam die Dreissigjährige eine andere Schockdiagnose: Diabetikerin Typ 1. Zwei Krankheiten, die das Leben auf den Kopf stellen. Wie geht man damit um? Claudia und ihr Mann Andreas sprechen offen und ehrlich über ihre Situation und erklären, warum Vorsorge – vor allem in jungen Jahren – so wichtig ist.

Wie geht es dir heute, Claudia?

Mir geht es gut, danke. Ich bin im sechsten Monat schwanger. Da gibt es mal bessere, mal schlechtere Tage. Aber heute ist ein guter Tag.

Welche Tage sind besonders schlimm?

Schlimm sind die Tage nicht, eher anstrengend. Fies an MS sowie an Diabetes ist die Müdigkeit. Die kommt einfach. Somit ist eine Planung nicht möglich. Ich brauche einfach mehr Pausen, muss mich öfters ausruhen. Vor allem die ersten drei Monate meiner Schwangerschaft war ich oft sehr schlapp.

MS wird oft als Krankheit mit den tausend Gesichtern bezeichnet. Welches Gesicht zeigt sie bei dir?

Neben der Müdigkeit habe ich mit meinem rechten Unterarm und der Hand zu kämpfen. Ich fühle nicht mehr gut und habe weniger Kraft. Das wirkt sich auf die Feinmotorik aus. Als Coiffeuse kann ich zum Beispiel keine Hochsteckfrisuren mehr machen. Das mit den vielen kleinen Spängeli klappt nicht mehr so gut (lacht).

Und den Fön halten? Das ist doch sicherlich auch eine enorme Belastung?

Klar, aber ich sehe das als Training an. Für mich ist das schon normal. Ich habe auch Physiotherapie gemacht. Das ist unheimlich wichtig, um Kraft aufzubauen und den Gleichgewichtssinn zu stärken.

Wie wurde MS bei dir festgestellt?

Andreas antwortet: Das war sehr verwirrend und zuerst mit einer Fehldiagnose verbunden. Mir hat es sprichwörtlich den Boden unter den Füssen weggerissen. Claudia und ich waren im Wald spazieren und haben Holz gesammelt zum Basteln daheim. Zuhause sagte sie, ihr rechter Arm tue weh. Erst dachten wir an einen Holzsplitter, gingen aber bald zum Hausarzt, als es nicht besser wurde. Der Arzt meinte, das MRI hätte weisse Flecken im Hirn gezeigt. Das sind ja typische Merkmale eines Hirntumors. Bis wir die eindeutige Antwort hatten, war ich wie ferngesteuert. Claudia und ich sind ein Paar, seit wir 15 Jahre alt sind. Bei solchen Schreckensmeldungen geht dir so viel durch den Kopf. Als schlussendlich MS festgestellt wurde, war das fast schon eine Erleichterung.

Claudia, du hast aber nicht nur MS, sondern auch Diabetes. Auf was musst du achten?

Seit ich 15 Jahre alt bin, weiss ich das. Kurz nachdem Andi und ich zusammengekommen sind, erfuhr ich davon. Ich befürchtete, dass er mich verlässt, wenn ich es ihm sage. Aber Andi blieb und ist auch heute noch – selbst in brenzligen Situationen – der Ruhige. Er hilft mir unwahrscheinlich. Denn einfach war es zu Beginn nicht. Ich trage 24 Stunden eine Insulinpumpe an mir. Das kleine Gerät versorgt mich über einen dünnen Schlauch, der unter meine Haut gelegt wurde, mit Insulin. Damit ist meine Grundversorgung, also mein Basalbedarf, gedeckt. Esse ich aber zum Beispiel einen Apfel, muss ich manuell per Knopfdruck mehr Insulin zuführen.

Das heisst, du trägst das Gerät 24 Stunden in und an dir und musst bei jedem Bissen dein Insulin messen?

Genau, so ist das. Man braucht schon einige Schulungen, bis man das im Griff hat. Und jetzt während meiner Schwangerschaft muss ich alle zwei Wochen zur Kontrolle, weil sich durch die Hormonumstellung der Blutzuckerspiegel verändert und damit verbunden der Bedarf an Insulin.

Wie spürst du die Auswirkungen, Andi?

Heute nicht mehr, es ist für uns beide normal. Aber klar, es gab schon Situationen, die einem Angst machten. Als wir frisch zusammen waren, bekam sie nachts einen epileptischen Anfall. Da musste ich schnell handeln. Auch bin ich schon in Fuerteventura nachts rumgerannt auf der Suche nach Traubenzucker. Aber hey, das Leben geht weiter, und ich liebe meine Frau.

«Traubenzucker ist meine Lebensversicherung.»

Claudia

Hängen die beiden Krankheiten MS und Diabetes zusammen, Claudia?

Nein, nicht grundsätzlich. Beides sind aber Autoimmunkrankheiten. Sie sind jedoch nicht erblich bedingt. Somit machen wir uns auch keine Gedanken wegen unseres Kindes.

Hast du Angst vor der Zukunft?

Nein, ich hatte nie Angst. Ich habe einen tollen Mann, eine Familie, die mir Rückhalt gibt, und meine Freunde und Arbeitskollegen unterstützen mich ebenso. Ich habe ein extrem gutes soziales Umfeld. Klar macht man sich Gedanken, was die Zukunft bringt. Aber wir leben im Heute und geniessen es.

«Wenn man im Leben drin ist, denkt man zu wenig an die Vorsorge.»

Claudia

Wie wichtig war bzw. ist euch das Thema Vorsorge?

Claudia: Es ist sehr wichtig. Die Menschen vergessen immer, dass jederzeit etwas Unvorhersehbares passieren kann. Etwas, was einen aus dem Leben reisst. Hat man dann keine Absicherung, ist es unter Umständen zu spät. Ich sehe es ja selbst: Als kranker Mensch habe ich es nicht leicht, Versicherungen abschliessen zu können. Neben all den finanziellen Absicherungen habe ich aber auch eine persönliche gemacht, in dem ich der MS-Gesellschaft beigetreten bin. Durch den Austausch habe ich viel gelernt. Es ist eine etwas andere Art der Vorsorge (lacht), aber sie bewirkt was.

Andreas: Seit wir jung sind, machen wir beide das, was finanziell drinliegt. Wir zahlen in die dritte Säule ein. Unsere Heirat war natürlich auch eine Form der gegenseitigen Absicherung. Und wir haben erst kürzlich eine Eigentumswohnung gekauft, die im Jahr 2020 fertiggestellt sein wird. Für unser Baby werden wir auch ansparen. Wir sorgen vor, aber wir leben auch. Einfach viel bewusster.

«Wir brauchen unsere Beraterin bei der ZugerKB. Sie hat die Fachkompetenz!»

Andreas

Welchen Tipp gebt ihr unseren Leserinnen und Lesern?

Beide: Vorsorge ist wichtig, denn ihr wisst nie, was auf euch zukommen wird. Geht also jetzt zur Beratung.

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Ina Gammerdinger

«Der Mensch emotional im Zentrum – so erzähle ich am liebsten Geschichten rund um die Vorsorge.»

Ina Gammerdinger

Projektleiterin Kommunikation


Diabetes Typ 1

Der Diabetes mellitus Typ 1 wurde früher auch als insulinabhängiger Diabetes oder juveniler Diabetes bezeichnet. Es handelt sich beim Typ-1-Diabetes um eine Autoimmunerkrankung. Diese entsteht, wenn die Betazellen der Bauchspeicheldrüse, die das für die Regulierung des Blutzuckers notwendige Insulin herstellen, vom Immunsystem des Körpers zerstört werden. Der Typ-1-Diabetes tritt häufiger bei Kindern und jungen Erwachsenen auf, kann aber Personen in jedem Lebensalter treffen.

Quelle

Multiple Sklerose (MS)

Multiple Sklerose ist eine chronisch fortschreitende, neurologische Erkrankung und betrifft das zentrale Nervensystem (ZNS = Gehirn und Rückenmark).

Was heisst das?

Nervenzellen des Gehirns senden und empfangen Signale an Körperteile und Organe. Die Nervenimpulse wandern entlang der Nervenfasern, die durch Myelin isoliert sind.

MS ist die Folge zweier Prozesse: Bei MS

  1. wird die eigene Nervenisolierschicht irrtümlicherweise vom Immunsystem angegriffen und abgebaut (Autoimmunvorgang). Es werden lokale Entzündungsherde im ZNS verursacht und die Myelinschicht zerstört (Demyelinisierung).
  2. spielen auch abbauende Vorgänge eine Rolle, bei denen die Nervenfasern (Axone) und -zellen beschädigt werden. Dadurch treten Störungen in der Signalweiterleitung auf.

Entsprechend der Schädigung treten unterschiedliche Störungen und Behinderungen auf.

Quelle


Kategorien: Private Vorsorge

Tags: Versicherung , Vorsorgeplanung


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