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Steuerfolgen bei Scheidung oder Trennung

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Die Scheidung oder Trennung von Ehepaaren ist eine emotionale und spannungsgeladene Angelegenheit. Plötzlich tauchen Fragen auf bezüglich Sorgerecht für die Kinder, Unterhaltszahlungen, Übernahme des gemeinsamen Wohneigentums oder Aufteilung der gemeinsamen Vermögenswerte. Nicht zu vergessen sind auch die steuerlichen Aspekte. Sandro und Sara waren verheiratet und haben sich 2020 getrennt. Was muss beachtet werden?

Bild: © Adobe Stock, WavebreakMediaMicro

Wann gilt eine Ehe als getrennt?

Eine Ehe gilt als getrennt, wenn

  • der gemeinsame Haushalt aufgehoben ist.
  • der Wille zur ehelichen Gemeinschaft mindestens bei einem Partner fehlt.
  • keinerlei Gemeinschaftlichkeit der Mittel für Wohnung und Lebensunterhalt mehr besteht.

Massgebend für die getrennte Veranlagung ist somit das Datum des Scheidungs- bzw. Trennungsurteils oder der tatsächlichen Beendigung des gemeinsamen Haushalts. In den meisten Fällen ist oftmals nach der Trennung keine schriftliche Abmachung vorhanden. Der Steuerverwaltung reicht in diesem Fall die Tatsache, dass eine Trennung erfolgt ist. Ein schriftlicher Nachweis über die Trennung ist nicht zwingend erforderlich.

Bei rechtlicher oder tatsächlicher Trennung werden in unserem Beispiel Sandro und Sara für die ganze Steuerperiode 2020 getrennt besteuert. Massgebend ist der Zivilstand am Ende der Steuerperiode. Beide Ehegatten haben für die Steuerperiode 2020 je eine separate Steuererklärung einzureichen.

Einreichung einer separaten Steuererklärung

Die Trennung zwischen Sandro und Sara ist vollzogen, und beide haben je eine separate Steuererklärung erhalten. Da noch nicht alles zwischen den beiden geklärt wurde, ist es für beide noch unklar, wer was in der Steuererklärung angeben muss.

Tipp

Damit von Anfang an die richtigen Angaben gemacht werden, reichen Sandro und Sara bei der Steuerverwaltung eine Fristverlängerung ein, um die offenen Fragen zu klären.

Bereits bezahlte Steuern oder offene Steuern

Für Sandro und Sara stellt sich auch die Frage, was mit den bereits provisorisch bezahlten Steuern geschieht. Oder was geschieht, falls Sandro und Sara noch Steuern schulden? 

Grundsätzlich gilt eine solidarische Haftung der Ehegatten für noch offene Steuern bis zum Zeitpunkt der getrennten Besteuerung. Das heisst, jeder Ehegatte kann für den gesamten Steuerausstand belangt werden.

Bereits geleistete Steuerbeträge für die Steuerperiode, in der die Scheidung bzw. Trennung stattgefunden hat, werden grundsätzlich je zur Hälfte gutgeschrieben, oder sie werden hälftig zurückerstattet, es sei denn, es besteht eine abweichende Vereinbarung oder eine gerichtliche Regelung.

Trennungsunterhalt 

In den meisten Fällen werden Unterhaltsbeiträge an den ehemaligen Partner, die ehemalige Partnerin oder an die Kinder bezahlt. Allgemein gilt:

  • Die unterhaltspflichtige Person kann die Unterhaltsbeiträge vom Einkommen in Abzug bringen. 
  • Die unterhaltsberechtigte Person muss die Unterhaltsbeiträge als Einkommen deklarieren. 

Gleiches gilt für Unterhaltsbeiträge für minderjährige Kinder.

Tipp

Falls sich die Eheleute gegen Jahresende trennen, sollte sich die Person, die ausziehen wird, erst nach dem Jahreswechsel in der neuen Wohngemeinde anmelden. Denn andernfalls wird die Trennung für das ganze, fast abgelaufene Jahr steuerlich wirksam. Der oder die ausziehende Steuerpflichtige wird nach dem höheren Tarif für Alleinstehende (Tarif A) besteuert, kann vom Einkommen aber noch keine Unterhaltsbeiträge abziehen, weil er/sie erst gegen Ende Jahr ausgezogen ist.

Steuerfragen bei Scheidung oder Trennung

Wendet man nun den Tarif Alleinstehend (A) oder Familientarif (B) an? Welche Abzüge können bei einer Trennung geltend gemacht werden? Wer macht den Kinderabzug geltend? Und wie sieht die steuerliche Situation bei einer Eigentumswohnung aus? Diese und viele andere Fragen beschäftigen Steuerpflichtige, die sich getrennt haben.

Aus steuerlicher Sicht muss die jeweilige Situation individuell betrachtet werden, damit die Steuererklärungen korrekt ausgefüllt werden können. Wichtig ist, dass die beiden Steuererklärungen übereinstimmen und sich nicht widersprechen.

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Daniela Kutlesa

Daniela Kutlesa

Steuerberaterin Daniela Kutlesa ist seit 2017 dabei. Sie erstellt Steuererklärungen, betreut aufgrund ihrer langjährigen Berufserfahrung auch komplexe Steuerfälle und kümmert sich zusätzlich um unsere internationale Kundschaft. Ihr Motto: «Steuern bezahlen müssen alle – bezahlen Sie aber nur so viel, wie Sie müssen. Eine Steueroptimierung lohnt sich.» In ihrer Freizeit ist sie am liebsten mit ihrer Familie in der Natur.


Kategorien: Geld

Tags: Familie , Steuern


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