Gemeinsam für Zug: Engagement für Vielfalt im Sport – der Zuger Fechtclub

, 5 Minuten

Seit 1951 steht der Zuger Fechtclub für sportliche Ausbildung, Nachwuchsförderung und Gemeinschaft im Kanton Zug. Als einziger Fechtverein der Region begleitet er Kinder, Jugendliche und Erwachsene vom ersten Fechtschritt bis zu nationalen und internationalen Turnieren. Im Gespräch erzählt Präsident Tobias Bollmann, warum Fechten mehr ist als Sport, welche Werte der Verein vermittelt – und weshalb regionale Unterstützung entscheidend ist, damit auch eine Randsportart langfristig bestehen und wachsen kann.

Tobias Bollmann, Präsident, Zuger Fechtclub

«Der Zuger Fechtclub ist mehr als ein Sportverein – er ist ein Ort, an dem junge Menschen wachsen, Verantwortung übernehmen und Gemeinschaft erleben.»

Tobias Bollmann, Präsident, Zuger Fechtclub

Mehr als Sport: der Zuger Fechtclub als Gemeinschaft

Wer ist der Zuger Fechtclub, wofür steht er und seit wann ist er aktiv?

Tobias Bollmann: Der Zuger Fechtclub ist seit 1951 der einzige Fechtverein im Kanton Zug. Heute sind wir ein moderner Verein mit rund hundert Mitgliedern, von denen zwei Drittel Juniorinnen und Junioren unter zwanzig Jahren sind. Wir verstehen uns als Ausbildungsverein, der sowohl den Breiten- als auch den Leistungssport fördert. Vom ersten Fechtschritt bis zu nationalen und internationalen Turnieren begleiten wir unsere Mitglieder auf ihrem Weg. Unser Ziel ist es, den Fechtsport in Zug zu etablieren, Talente gezielt zu fördern und für alle optimale Rahmenbedingungen zu schaffen.

Welche Rolle spielt der Fechtsport in der Zuger Sportlandschaft – gerade als Randsportart?

Tobias Bollmann: Für die Bevölkerung, insbesondere für Kinder und Jugendliche, ist ein breites Sportangebot sehr wichtig. Nicht jede Sportart spricht alle an – und genau hier kann der Fechtsport eine Lücke füllen. Gerade Kinder mit körperlichen Defiziten lernen beim Fechten, ihren Körper besser wahrzunehmen und bewusster mit ihm umzugehen als in vielen anderen Sportarten.

Was bedeutet es, in Zug eine Randsportart zu fördern?

Tobias Bollmann: Im Raum Zug empfinde ich uns nicht immer als Randsportart. Der Fechtsport ist grundsätzlich bekannt, und viele Menschen wissen, dass es hier einen Fechtclub gibt. Rein von der Mitgliederzahl her sind wir natürlich eine Randsportart – was aber auch Vorteile hat. Wir erfahren von Sponsoren und insbesondere von der öffentlichen Hand eine grosse Wertschätzung und Unterstützung, da wir «die Einzigen» sind.

Welche Werte vermittelt euer Verein über den Sport hinaus?

Tobias Bollmann: Auf der Piste leben wir drei zentrale Werte:
Kampfgeist – immer dranbleiben.
Freundschaft – gemeinsam sind wir stark.
Fortschritt – der Fokus liegt auf dem Prozess.
Diese Werte gelten aber nicht nur im Sport, sondern auch im Alltag und im Miteinander im Verein.

Wie wichtig ist ehrenamtliches Engagement für den Zuger Fechtclub?

Tobias Bollmann: Ohne Freiwilligenarbeit würde bei uns nichts funktionieren. Einzig das Trainerteam wird finanziell entschädigt, da die Präsenzzeiten sehr hoch sind. Ansonsten ist jegliches Mitwirken im Verein ehrenamtlich. Dies beinhaltet nicht nur die Vorstandsarbeit, sondern zum Beispiel auch die Mithilfe der Mitglieder und der Eltern an Turnieren in Zug.

Mit Einsatz dabei: Tobias Bollmann über Werte, Nachwuchs und Ehrenamt

Wie sind Sie persönlich zum Fechtsport und zum Zuger Fechtclub gekommen?

Tobias Bollmann: Mich haben schon früh die Fechtwaffen und insbesondere die Fechtmaske meines älteren Bruders fasziniert, der bereits focht. Die Fechtmaske zog ich jeweils heimlich an und spielte einen Piraten oder einen Ritter. So kam ich über den Schulsport der Stadt Zug selbst zum Fechten – und zum Zuger Fechtclub.

Was motiviert Sie, sich im Verein zu engagieren – neben Beruf und Alltag?

Tobias Bollmann: Ich verdanke dem Zuger Fechtclub unglaublich viel. Seit ich zehn Jahre alt bin, ist der Verein Teil meines Lebens. Ich habe viele schöne Erinnerungen. Dass ich nun als Präsident in den Diensten des Vereins aktiv bin, erachte ich als unglaubliche Bereicherung für mich persönlich. Ich hoffe, mit meinem Engagement den Mitgliedern die gleichen Erfahrungen zu ermöglichen.

Was fasziniert Sie am Fechten besonders?

Tobias Bollmann: Der Fechtsport zeichnet sich durch die Vielfalt an Stilen aus – vermutlich stärker als in vielen anderen Sportarten. Deshalb spielt die Taktik eine besonders grosse Rolle. Natürlich braucht es auch eine solide technische und körperliche Basis. Mich hat von Beginn an zudem das direkte Duell eins gegen eins fasziniert.

Gemeinsam für Zug: Unterstützung für Vielfalt im Sport

Was braucht es, damit auch eine Randsportart wie das Fechten in Zug langfristig bestehen und wachsen kann?

Tobias Bollmann: Ein Verein muss zuerst nach innen gute Arbeit leisten: Nachwuchstrainerinnen und -trainer ausbilden, die Teilnahme an Turnieren fördern und die Mitarbeit im Verein stärken. Gleichzeitig braucht es aber auch die Unterstützung von Stadt und Kanton sowie von Sponsoren und Gönnern. Das wichtigste Element ist aber wohl ein anderes. Wir bezeichnen uns seit jeher als «Fechtfamilie». Wenn wir es weiterhin schaffen, dass sich die Mitglieder wie in einer Familie fühlen, dann sehe ich sehr positiv in die Zukunft.

Warum ist regionale Unterstützung für euern Verein besonders wichtig?

Tobias Bollmann: Die regionale Unterstützung verankert den Verein noch mehr im lokalen Umfeld. Er wird als Teil der unmittelbaren Gesellschaft wahrgenommen. Für einen eher kleineren Verein ist das ungemein wichtig. So können wir mit den grösseren Vereinen in bekannten Sportarten mithalten und genügend Nachwuchskräfte gewinnen.

Was schätzt ihr an der Zusammenarbeit mit der Zuger Kantonalbank – und wie passt sie zu euren Werten?

Tobias Bollmann: Wie die Zuger Kantonalbank sind auch wir im Kanton Zug zu Hause. Die Kundinnen und Kunden der Zuger Kantonalbank könnten genauso gut Mitglieder in unserem Verein sein. Sowohl der Zuger Fechtclub als auch die Zuger Kantonalbank haben vergleichbare Werte und Vorstellungen. Das verbindet. Die Zusammenarbeit gestaltet sich deshalb schon fast freundschaftlich und sehr unkompliziert.

Was wünschen Sie sich persönlich für die Zukunft des Fechtsports im Kanton Zug?

Tobias Bollmann: Ich wünsche mir, dass der Fechtsport im Kanton Zug auch in vielen Jahren noch ausgeübt werden kann – idealerweise in einem eigenen Fechtsaal, um unseren Mitgliedern vergleichbare Rahmenbedingungen wie andere Vereine bieten zu können.

«Die Unterstützung der Zuger Kantonalbank hilft uns, auch als Randsportart sichtbar zu bleiben und unsere Nachwuchsarbeit langfristig zu sichern.»

Tobias Bollmann, Präsident, Zuger Fechtclub

#ZugerKBlog abonnieren
Eveline Zumbühl

Eveline Zumbühl

Eveline Zumbühl, Beraterin Kommunikation, verantwortet das Vergabungsprogramm der Zuger Kantonalbank. Sie begleitet die Anliegen von Vereinen und gemeinnützigen Institutionen im Kanton Zug und setzt sich für ein vielfältiges lokales Engagement ein. Ihre Erfahrung und Kompetenzen in der digitalen Kommunikation bringt sie gezielt in die Kommunikationsarbeit ein. In ihrer Freizeit sucht sie den Ausgleich in der Bewegung – am liebsten in der Natur, auf dem Bike oder im Fitnessstudio.


Kategorien: Leben

Ihr Kommentar muss noch durch einen Administrator freigegeben werden.

Weitere Kommentare
,