Gemeinsam für Zug: Wo Kultur Raum erhält – im Theater Burgbachkeller
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Das Theater im Burgbachkeller steht für Nähe, Mut und künstlerische Freiheit mitten in Zug. Seit Jahrzehnten schafft es Raum für neue Stimmen, gesellschaftliche Themen und echte Begegnungen. Im Interview erzählt Co-Theaterleiterin Nadja Bürgi, warum Kultur gerade in Zug wichtig ist – und wie Vertrauen, Regionalität und langfristige Partnerschaften ihre Arbeit tragen.
«Freie Kultur braucht Orte, die Vertrauen schenken, Risiko zulassen und Vielfalt sichtbar machen.»
Nadja Bürgi, Co-Theaterleitung, Theater im Burgbachkeller
Kultur mit Wirkung: das Theater im Burgbachkeller Zug
Was ist das Theater im Burgbachkeller Zug, wofür steht die Institution – und seit wann prägt sie die Kulturszene in Zug?
Das Theater im Burgbachkeller Zug ist ein Kleintheater für die Freie Szene und für Kleinkunst mitten in der Stadt. Seit 1968, also seit bald sechzig Jahren, prägt es als niederschwelliger, experimentierfreudiger Raum für professionelle Produktionen abseits des Mainstreams die Zuger Kulturszene. Der Burgbachkeller steht für Nähe zwischen Bühne und Publikum, für künstlerische Freiheit und für ein Programm, das gesellschaftliche Themen aufgreift und diskutierbar macht.
Wen erreicht ihr mit eurem Programm – und welche Zielgruppen möchtet ihr bewusst ansprechen?
Unser Programm richtet sich an ein vielfältiges Publikum aus der Region und darüber hinaus. Im Zentrum stehen Zugerinnen und Zuger, die wir bewusst dazu einladen möchten, den Burgbachkeller als ihren Theaterort zu entdecken und regelmässig zu nutzen. Ferner erreichen wir kulturinteressierte Erwachsene, jüngere Menschen, Studierende und Kulturschaffende.
Ein besonderes Anliegen ist uns das junge Publikum, das wir im Rahmen von Schulvorstellungen und weiteren Vermittlungsprogrammen gezielt ansprechen. Gleichzeitig soll der Burgbachkeller auch Raum bieten für Vereine und freie Gruppen aus der Region wie etwa die Zuger Spiillüüt oder die Kulisse.
Mit unserem Programm wenden wir uns zudem an Theaterinteressierte aus der Innerschweiz und aus der Deutschschweiz im Allgemeinen. Uns ist wichtig, unterschiedliche Lebensrealitäten sichtbar zu machen und auch Menschen einzuladen, die sich nicht selbstverständlich als Theaterpublikum verstehen. Vielfalt im Publikum ist für uns Teil der künstlerischen Qualität.
Was macht den Kanton Zug aus eurer Sicht als Kulturstandort besonders – und wie passt eure Arbeit dazu?
Der Kanton Zug zeichnet sich durch kurze Wege, eine hohe Lebensqualität und eine starke wirtschaftliche Prägung aus. Gerade in einem Umfeld, das stark von ökonomischen Interessen bestimmt wird, ist es wichtig, darauf zu achten, dass die Kultur ihren Stellenwert behält. Kultur schafft Räume für Reflexion, Austausch und gesellschaftlichen Zusammenhalt – unabhängig von wirtschaftlicher Verwertbarkeit.
Der Burgbachkeller ergänzt die Zuger Kulturlandschaft genau hier: als Ort für kritische, experimentelle und zeitgenössische Theaterformen, für neue Stimmen und neue Formen. Er trägt dazu bei, dass Zug nicht nur als Wirtschaftsstandort, sondern auch als lebendiger Kulturraum wahrgenommen wird.
Mit Leidenschaft dabei: Nadja Bürgi über ihre Motivation
Wer sind die Menschen hinter dem Burgbachkeller?
Hinter dem Burgbachkeller steht ein engagiertes Team aus Kulturschaffenden, Organisatorinnen und Organisatoren und technischem Personal. Uns verbindet die Überzeugung, dass die Freie Theater- und Kulturszene einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leistet – als Denkraum, als Begegnungsort und als Ort künstlerischer Auseinandersetzung. Viele von uns sind seit Jahren in der regionalen Kulturszene verwurzelt.
Welche Rolle haben Sie im Burgbachkeller – und was hat Sie persönlich zu dieser Institution geführt?
Ich bin Teil der Co-Leitung des Burgbachkellers. Gemeinsam mit Kim Emanuel Stadelmann verantworte ich die programmatische und organisatorische Entwicklung des Hauses. Mich hat der Ort schon lange fasziniert: die Nähe zum Publikum, die Offenheit für unterschiedliche Formate und die klare Ausrichtung auf freie und unabhängige Theaterproduktionen. Der Burgbachkeller ist ein Ort, an dem künstlerische Arbeit nicht nur gezeigt, sondern gemeinsam weiterentwickelt werden kann.
Was bedeutet der Burgbachkeller für Sie persönlich – als Ort, als Bühne und als Begegnungsraum?
Der Burgbachkeller ist für mich ein lebendiger Möglichkeitsraum. Als Bühne erlaubt er künstlerisches Risiko, als Ort schafft er Nähe und Vertrauen, und als Begegnungsraum zeigt er, wie wichtig Austausch, Zuhören und gemeinsames Erleben sind – gerade in einer Zeit, in der vieles auseinanderdriftet.
Gemeinsam für Zug: unser Engagement für das Theater Burgbachkeller
Was braucht es, damit der Burgbachkeller auch in Zukunft ein Ort für unabhängige Kultur bleibt?
Es braucht verlässliche Rahmenbedingungen, engagierte Partnerinnen und Partner und die Bereitschaft, performative und darstellende Kunst langfristig zu unterstützen. Diese Arbeitsformen brauchen Planungssicherheit, damit künstlerische Qualität, faire Arbeitsbedingungen und kontinuierliche Publikumsarbeit möglich bleiben. Nur so kann der Burgbachkeller seine Rolle als offener Ort für die freie Theater- und Kulturszene weiterhin wahrnehmen.
Warum ist regionale Unterstützung für eine freie Kulturinstitution wie den Burgbachkeller besonders wichtig?
Regionale Unterstützung bedeutet Nähe, Verantwortung und eine direkte Verankerung im lokalen Umfeld. Sie ermöglicht es, kulturelle Angebote für die Bevölkerung vor Ort zugänglich zu machen, und stärkt die Identifikation mit dem eigenen Kulturort. Gerade performative und darstellende Kunst lebt von diesem Rückhalt aus der Region und vom gemeinsamen Verständnis, dass kulturelle Vielfalt ein zentraler Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens ist.
Was schätzt ihr an der Zusammenarbeit mit der Zuger Kantonalbank – und wie passt sie zu euren Werten?
Wir schätzen die Zusammenarbeit, weil sie von Vertrauen, Freude und einer grossen Nähe zur Region geprägt ist. Der Austausch ist unkompliziert, sympathisch und auf Augenhöhe. Dieses Verständnis für regionale Kultur und das Interesse an langfristigen Beziehungen passen sehr gut zu unseren eigenen Werten und zu unserer Arbeitsweise.
«Vertrauen, Regionalität und Partnerschaft auf Augenhöhe – das macht unsere Zusammenarbeit aus.»
Nadja Bürgi, Co-Theaterleitung, Theater im Burgbachkeller
Was wünschen Sie sich persönlich für die Zukunft des Theaters im Burgbachkeller?
Ich wünsche mir, dass wir mit unserer Arbeit noch mehr Publikum erreichen, insbesondere Zugerinnen und Zuger, und den Burgbachkeller weiter als selbstverständlichen Kulturort in der Stadt verankern können. Ein Ort der Begegnung, der Menschen und Künste verbindet, der neugierig macht, Menschen zusammenbringt und die Zuger Kulturlandschaft auch in Zukunft lebendig, vielfältig und offen mitprägt.