Musik machen und Jugendliche fördern

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Janine liebt nicht nur hochstehende musikalische Klänge, sondern auch den Umgang mit Menschen – vor allem mit Jugendlichen. Sie betreut bei der Zuger Kantonalbank die Lernenden und engagiert sich stark für die Weiterentwicklung junger Talente. Im Interview spricht sie auch über ihre Freizeitaktivitäten. Dazu gehört auch das gelegentliche Padel-Tennis-Spielen.

Schweizerischer Brass Band Wettbewerb Montreux 2022. Da die Jury keinen Sichtkontakt haben darf und die Startnummer nicht vor dem Wettbewerbsmorgen kommuniziert wird, wird sowohl Band- als auch Startnummer fürs Publikum auf die Leinwand projiziert.

Musik hat dich durch dein Leben begleitet. Wie bist du zu diesem spannenden Hobby gekommen?

Eigentlich wurde es mir in die Wiege gelegt. Schon mein Vater, mein Grossvater und zwei Tanten waren langjährige Mitglieder des Musikvereins in unserem Dorf Bettwil. Die Konzerte und andere Anlässe, bei denen ich jeweils beim Aufbau mithelfen durfte, begeisterten mich bereits als kleines Mädchen. Das Blockflötenspiel hat mir mein Vater beigebracht. In der dritten Klasse wechselte ich zum Cornet und erhielt professionellen Instrumentalunterricht.

Parallel zum Eintritt in den Dorfverein mit dreizehn Jahren besuchte ich beim kantonalen Musikverband Kurse in Instrumentalkunde, Musiktheorie und Gehör- oder Gesangstraining. Zwei Jahre später zog es mich zur Brass Band Imperial Lenzburg. Zuerst spielte ich in der Nachwuchsformation in der B-Band, bevor ich 2014 in die A-Band wechselte. Die Mitgliedschaft im Dorfverein löste ich dann auf.

Seit Jahren musizierst du auf hohem Niveau. Was motiviert dich, so viel Zeit zu investieren?

Die Bühnenerlebnisse an Konzerten und vor allem auch die Wettbewerbe spornen mich an. Es fasziniert mich, fokussiert mit einem klaren Ziel auf den Tag x hinzuarbeiten. Dabei ist es wichtig, sich nicht zu verkrampfen und die Freude am Spielen nicht zu verlieren. Denn Proben können frustrierend und mühsam sein. Aber die Vorfreude auf den Auftritt überwiegt immer. Es gibt nichts Schöneres, als mit unserer Band auf der Bühne die beste Leistung abzurufen. Und wenn das Publikum noch während des Schlusstons applaudiert und uns begeistert zuruft, bekomme ich noch immer Hühnerhaut. Ein unbeschreibliches Gefühl!

In der Zwischenzeit sind zudem viele Mitglieder zu Freunden geworden. Somit kommt auch der Spass nicht zu kurz. Nur beim Üben zu Hause dürfte die Motivation teilweise noch etwas höher sein :-)

Kannst du etwas über deine Band erzählen?

Die Brass Band Imperial Lenzburg, kurz BBI, hat zwei Anliegen: Einerseits soll Musik auf einem anspruchsvollen Niveau gespielt und anderseits der Nachwuchs der Brassband-Szene gefördert werden. Viele der aktuellen A-Band-Spielerinnen und -Spieler waren ursprünglich Mitglieder der B-Band. Die Mitglieder kommen mit einzelnen Ausnahmen hauptsächlich aus den Kantonen Aargau und Solothurn.

Die BBI unterscheidet sich durch das Niveau und die Aktivitäten von einer klassischen Musikgesellschaft. Einen Fokus bilden Wettbewerbe. Dazu gehören beispielsweise der Schweizerische Brass Band Wettbewerb in Montreux, der jedes Jahr im November stattfindet, oder auch kantonale Musiktage oder Musikfeste. Hinzu kommen das traditionelle Neujahrskonzert am 1. Januar, ein Frühlings- und Herbstkonzert sowie weitere drei bis fünf Projekte und Engagements.

«Beim Musizieren in der Brass Band Imperial Lenzburg tauche ich ein in eine andere Welt. Auch wenn Präzision und hohe Konzentration gefragt sind, kommt die Freude nicht zu kurz. Lust auf eine Kostprobe?»

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Janine Wyss, Nachwuchsverantwortliche

Du liebst nicht nur Musiknoten, sondern auch Menschen. Was hat dich dazu bewogen, im Human Resources zu arbeiten und zusätzlich den Fokus auf die Lernendenausbildung zu legen?

Tatsächlich habe ich bereits während meiner Banklehre darüber nachgedacht, dass mir die Funktion meiner damaligen Nachwuchsverantwortlichen sehr zusagen würde. Das schien mir damals unerreichbar und nicht realistisch. Nach der Lehre durfte ich als Praxisbildnerin drei Lernende betreuen, was mir sehr gefallen hat. Junge Talente weiterentwickeln, sie betreuen und fördern, das bereitete mir mehr Freude als das operative Banking. Deshalb belegte ich im Betriebswirtschaftsstudium das Hauptfach Human Resources. Das Interesse für die Finanzwelt konnte ich aber nie wirklich ablegen, weshalb ich als Nebenfach Controlling wählte. Dass ich nun rund zehn Jahre nach meinem Lehrabschluss über Umwege bei der Zuger Kantonalbank mit Lernenden arbeiten darf, klingt schon fast nach Bestimmung ;-)

Du hast selbst eine Banklehre absolviert. Inwiefern hilft dir dieses Wissen bei der Betreuung der Lernenden?

Dank meiner eigenen Erfahrungen kann ich mich sehr gut in die Situation der Lernenden in den unterschiedlichen Phasen versetzen. Vom Schnuppertag bis zum Lehrabschluss möchte ich sie unterstützen, fördern und sie in ihrer Entwicklung begleiten. Meine Lehrzeit war geprägt von unzähligen wertvollen Erfahrungen und tollen Begegnungen. Es wäre schön, wenn möglichst viele Lernende der Zuger Kantonalbank wie ich auf eine in positiver Erinnerung bleibende Lehrzeit zurückblicken können.

Welches Hobby pflegst du in deiner Freizeit nebst dem Musizieren?

Meine ganze Familie ist Fan des Grasshopper Club Zürich, deshalb interessiere ich mich sehr für Fussball. Seit meiner Kindheit verbringe ich viel Zeit auf dem Fussballplatz und unterstütze meinen Bruder, der beim FC Sarmenstorf spielt. Durch ihn habe ich auch den Padel-Tennis-Sport entdeckt. Das kann ich nur weiterempfehlen. Alle können es spielen, und es macht unglaublich Spass.

Und wenn neben dem Sozialleben noch Zeit bleibt, zieht es mich ab und zu auch in die Berge zum Skifahren, am liebsten ins Wallis oder ins Berner Oberland.

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Doris Zetzema

Doris Zetzema

Doris Zetzema, Beraterin Kommunikation, kam 2014 als Quereinsteigerin zu uns. Sie jongliert gerne mit Wörtern und Sätzen, feilt am Text, bis er optimal auf die Leserinnen und Leser abgestimmt ist. Wichtig in ihrer Kommunikation: immer auf Augenhöhe, viel Empathie und ein lockerer Schreibstil. Sie mag Geschichten über Menschen, fühlt gerne auf den Zahn. Privat ist sie am liebsten mit ihrer Harley unterwegs.


Kategorien: Karriere

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