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Soll ich in eine 3a-Wertschriftenlösung investieren?

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Das Ehepaar Wullschleger interessiert sich für Anlagevorschläge. Die Hausbank empfiehlt, entweder in ein 3a-Konto oder in eine 3a-Wertschriftenlösung zu investieren. Die Wullschlegers möchten aber Alternativen überprüfen und haben bei uns eine unverbindliche und kostenlose Beratung in Anspruch genommen.

© Adobe Stock, Nebojsa

Beratung – gegenseitiges Kennenlernen

Bei uns werden im persönlichen Beratungsgespräch zuerst die Bedürfnisse der Kunden aufgenommen. Im Fall Wullschleger stellte sich schnell heraus, dass sich das Ehepaar in absehbarer Zeit Kinder wünscht. Am liebsten drei oder vier Kinder. Kürzlich haben sie sich eine 4,5-Zimmer-Wohnung gekauft – ohne eine Zweithypothek. Dank einer Erbschaft sind sie nicht gezwungen, die Schulden schnell zurückzuzahlen.

Wie viel kann ich sparen?

Schnell wird in der Beratung festgestellt, dass die Sparquote mit 2’000 Franken pro Monat recht hoch ist – dank tiefer Wohnkosten. Sobald allerdings die drei oder vier Kinder einmal das Licht der Welt erblicken, werden die Kosten steigen. Besonders dann, wenn die Kinder sich in der Ausbildung oder im Studium befinden. Zudem könnte es sein, dass die Wohnung für die Familie auf Dauer zu klein wird.

Für was spare ich?

Um für die Ausbildungs- oder Studienkosten der Kinder vorzusorgen, eignen sich weder das 3a-Konto noch die 3a-Wertschriftenlösung. Diese machen nur Sinn, wenn die Eltern das Geld für eine erneute Immobilienfinanzierung einsetzen möchten, um eine grössere Wohnung oder gar ein Haus für die Familie zu erwerben. 3a-Guthaben können nämlich durchaus für Wohneigentum bezogen werden.

Auch muss der langfristige Anlagehorizont berücksichtigt werden. Möchte man für kleinere oder grössere Anschaffungen der Kinder ansparen und kann das Geld nicht einige Jahre liegen lassen, sollte man auf Wertschriftenlösungen verzichten.

Deswegen stellt sich nicht die Frage, ob Konto- oder Wertschriftenlösung, sondern vielmehr die Frage: Welchen Anlagehorizont habe ich bzw. welche Ziele verfolge ich?

  1. Wie viel Eigenkapital muss für eine grössere Wohnung oder ein Haus zur Verfügung stehen in x Jahren?
  2. Wie viel Geld muss in 20 Jahren für die Ausbildung oder für das Studium der Kinder zur Verfügung stehen?

Angenommen die Antworten lauten:

  1. CHF 100’000
  2. CHF 120’000

So könnte der Sparplan aussehen:

Das Ehepaar Wullschleger könnte pro Jahr 12’500 Franken in zwei 3a-Konto einzahlen – neu übrigens auch elektronisch. So häufen sich nach acht Jahren 100’000 Franken Eigenkapital an für die grössere Wohnung oder das Haus.

Das Ausbildungsziel hat jedoch einen sehr langen Horizont und verlangt somit eine sehr aggressive Wertschriftenstrategie im freien Vermögen. So kann die restliche Sparquote von 960 Franken pro Monat mit einer stark aktienbasierten Fondstrategie im freien Vermögen investiert werden. Mit steigenden Kinderausgaben wird die Investition pro Monat reduziert. Sollte die Familie noch 8,4 Jahre in diesem Umfang einzahlen, sind die 120’000 Franken mit 5 Prozent Rendite bereits erreicht. Wer Kinder hat, weiss, dass das höchstwahrscheinlich anders laufen wird.

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David Sonderegger

David Sonderegger

David Sonderegger, Berater Berufliche Vorsorge, beschäftigt sich seit 2007 mit der professionellen Beratung rund um Pensionskassen bei Firmenkunden. Neue Generationen von Unternehmern werden in die Vorsorgepläne eingebunden, damit am Ende nach vierzig vielseitigen Berufsjahren in der interessanten Zuger Wirtschaftsregion noch Geld für den dritten Lebensabschnitt übrigbleibt.


Kategorien: Zukunft

Tags: Private Vorsorge


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