Gemeinsam für Zug: Hilfe, die ankommt – das SRK Kanton Zug im Einsatz
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Seit über achtzig Jahren setzt sich das Schweizerische Rote Kreuz Kanton Zug für Menschen in schwierigen Lebenssituationen ein – mit Menschlichkeit, Nähe und einem beeindruckenden Netzwerk aus Freiwilligen. Im Gespräch erzählt Geschäftsführerin Stefanie Holm, wo soziale Herausforderungen im Kanton Zug besonders spürbar sind, wie Hilfe im Alltag konkret aussieht und warum regionale Partnerschaften entscheidend sind, damit Unterstützung dort ankommt, wo sie gebraucht wird.
Stefanie Holm, Geschäftsführerin, Schweizerisches Rotes Kreuz Kanton Zug
«Wir helfen dort, wo Menschlichkeit gebraucht wird.»
Stefanie Holm, Geschäftsführerin, Schweizerisches Rotes Kreuz Kanton Zug
Menschlichkeit im Alltag: das SRK Kanton Zug
Was macht eure Institution und seit wann gibt es sie?
Das Rote Kreuz wurde 1863 von Henry Dunant gegründet. Der Kantonalverband Zug wurde 1939 ins Leben gerufen. Das Rote Kreuz ist heute ein grosses Gebilde von verschiedensten nationalen und internationalen Organisationen. Das SRK Kanton Zug setzt sich für Menschen in Not im Kanton Zug ein.
Welche sozialen Herausforderungen begegnen euch derzeit im Kanton Zug besonders häufig?
Die Schere zwischen Arm und Reich ist im kleinen, wohlhabenden Kanton Zug besonders gross. Neben finanziellen Sorgen ist auch die Einsamkeit ein zunehmendes Problem – vor allem bei älteren Menschen. Diese beiden Themen prägen unsere Arbeit derzeit stark.
Wie unterstützt ihr Menschen konkret in ihrem Alltag?
Unser Angebot ist sehr vielfältig. Wir unterstützen Menschen im Alltag. Mit dem Fahrdienst, dem Notrufknopf oder dem Entlastungsdienst werden vor allem Seniorinnen und Senioren angesprochen. Wir haben aber auch ein Bildungsangebot vom Pflegehelferlehrgang bis zum Babysitter-Kurs. Auch in den kantonalen Asylunterkünften sind wir mit verschiedenen Angeboten aktiv. Zudem betreiben wir in Baar eine eigene Ergotherapie-Praxis.
Gibt es eine Begegnung, die euch besonders in Erinnerung geblieben ist?
Solche Begegnungen gibt es viele. Unsere Arbeit wäre ohne die rund 200 Freiwilligen gar nicht möglich. Eine Geschichte, die mir besonders in Erinnerung geblieben ist, zeigt das unglaubliche Engagement unserer Freiwilligen: Ein Fahrer, der selbst mit einem Herzinfarkt in der Ambulanz lag, rief noch an, um seinen Einsatz abzusagen. Solche Momente zeigen, wie viel Verantwortungsgefühl und Herzblut unsere Freiwilligen mitbringen.
Nah bei den Menschen: Stefanie Holm über Wirkung und Verantwortung
Welche Rolle haben Sie beim SRK Kanton Zug – und was hat Sie persönlich zu diesem Engagement geführt?
Ich darf die Geschäftsführung des SRK Kanton Zug machen. Es ist mein absoluter Traumjob. Ich führe ein mittelgrosses Unternehmen und habe viel Kontakt mit Menschen. Selbst an schwierigen Tagen weiss ich: Unsere Arbeit macht für Menschen in Not im Kanton Zug einen Unterschied.
Was motiviert Sie, sich für Menschen in schwierigen Lebenssituationen einzusetzen?
Mich motivieren meine Mitarbeitenden, der ehrenamtliche Vorstand und die zahlreichen Freiwilligen, die mit so viel Passion dabei sind. Und natürlich ist ein gelöstes Problem oder die Dankbarkeit einer Kundin oder eines Kunden der grösste Lohn.
Welche Werte prägen Ihre tägliche Arbeit – im Umgang mit Menschen und im Team?
Das Schweizerische Rote Kreuz orientiert sich an sieben Grundsätzen: Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität. Für mich persönlich steht die Menschlichkeit im Zentrum. Ich mag Menschen – und genau das prägt meine Arbeit.
Gemeinsam für Zug: Engagement für Menschlichkeit und Solidarität
Welche Herausforderungen stehen derzeit im Vordergrund?
Wir finden weiterhin viele freiwillig engagierte Menschen im Kanton Zug. Das SRK hat mit dem Aufbau des Jugendrotkreuz schon früh für die Nachwuchsförderung gesorgt. Zudem sind viele Pensionierte für uns im Einsatz. Wir müssen aber mehr Flexibilität bei den Einsatzzeiten und den Zeitspannen zeigen. Die Menschen wollen sich nicht für immer und ewig verpflichten. Pensionierte haben einen vielfältigen Alltag, hüten vielleicht Grosskinder und reisen viel. Dem müssen wir entgegenkommen können. Natürlich erhöht das unseren Aufwand, aber das gehört dazu.
Was braucht es, damit das SRK Kanton Zug auch in Zukunft wirksam helfen kann?
Es braucht engagierte Menschen, eine kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Angebote und genügend Ressourcen – insbesondere finanzielle Mittel. Nur so können wir unsere Hilfe nachhaltig sicherstellen.
Warum ist regionale Unterstützung für eure Arbeit besonders wichtig?
Wir sind im Kanton Zug tätig, da arbeiten wir natürlich mit und für die Menschen hier. Zudem ist der Kanton klein, und es ist besonders wichtig, dass man mit allen Organisationen gut und eng zusammenarbeitet.
Was schätzt ihr an der Zusammenarbeit mit der Zuger Kantonalbank – und wie passt sie zu euren Werten?
Die Zuger Kantonalbank ist die Bank der Zugerinnen und Zuger – wir sind das Hilfswerk für die Zugerinnen und Zuger. Das passt. Zudem fühlen wir, dass die Zuger Kantonalbank gut zuhört und versteht.
Was wünschen Sie sich persönlich für die Zukunft des SRK Kanton Zug oder für soziales Engagement in Zug?
Ich wünsche mir mehr Verständnis für die Menschen in Not. Wenn man sich nur fünf Minuten in die Lage eines jungen Mannes in einer Asylunterkunft versetzt oder sich vorstellt, wie es ist, mobil eingeschränkt und oft allein zu sein, wird klar, warum Hilfe nötig ist – und wie wichtig sie bleibt.
«Die Zuger Kantonalbank hört zu, versteht und unterstützt dort, wo Hilfe wirkt.»
Stefanie Holm, Geschäftsführerin, Schweizerisches Rotes Kreuz Kanton Zug