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Wie sorge ich am besten privat vor? Was muss ich bei einem Jobwechsel beachten? Machen Lebensversicherungen noch Sinn? Kann ich mir eine Frühpensionierung leisten? Muss ich als Firmeninhaber zusätzlich privat vorsorgen? Fragen über Fragen, die wir Ihnen hier auf unserem Blog gerne beantworten. 

Egal ob Finanzplanung, Steuern, private oder berufliche Vorsorge, Güter- und Erbrecht: Unsere Fachspezialisten sind Profis auf diesen Gebieten.  Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen und freuen uns auf den Austausch mit Ihnen – hier auf unserem Blog oder im persönlichen Beratungsgespräch.

Mo, 31. Aug 2020

Mögliches Steuerrisiko in Ihrem Wohnzimmer

Wenn die Steuerverwaltung plötzlich Interesse an einem Gemälde in Ihrer Stube bekommt, dann sollten Sie Folgendes beachten: Das Vermögen ist jedes Jahr in Ihrer Steuererklärung zu deklarieren. Bei Liegenschaften, Wertschriften und Guthaben, Motorfahrzeugen sowie Metallen und Bargeld sind die Bewertungs- sowie Deklarationsregeln klar. Schwierigkeiten können sich jedoch bei der Qualifizierung von Kunstwerken ergeben. Für den Kunstfreund stellt sich die Frage: Gehört sein Kunstwerk bzw. seine Sammlung zum steuerfreien Hausrat, oder handelt es sich um steuerbares Vermögen?

Steuerrisiko Wohnzimmer

Bild: © Adobe Stock, Dan Jazzia

Steuerfreies Wohnungsmobiliar oder steuerbare Kapitalanlage?

Hausrat ist, was Wohnzwecken dient, sich im Haus befindet und zur üblichen Einrichtung einer Wohnung gehört: Möbel, Teppiche, Kücheneinrichtung. Gewisse Gegenstände – wie Bilder oder Schmuck – können jedoch sowohl steuerfreier Hausrat als auch steuerbare Kapitalanlage sein.

Kriterien der Zuordnung

Als wichtiges Abgrenzungskriterium gilt die Zweckbestimmung: Überwiegt die persönliche Nutzung – also wenn der Kunstgegenstand primär zur Wohneinrichtung und zu Wohnzwecken dient –, spricht dies für die Qualifizierung als steuerfreier Hausrat. Herrscht jedoch ein Kapitalanlagecharakter vor, ist der Kunstgegenstand als übriges steuerbares Vermögen zu deklarieren. Kunstgegenstände sowie Sammlungen widerspiegeln jedoch oft eine Leidenschaft, wobei der Übergang zum Kapitaleinlagecharakter fliessend sein kann.

Ein weiteres Kriterium stellt der Wert des Kunstwerks respektive der Sammlung dar. Übersteigt der Wert das gemeinhin Übliche, so weist dies auf einen Kapitaleinlagecharakter hin und wäre somit steuerbares Vermögen. Einige kantonale Steuerverwaltungen geben einen klaren Schwellenwert als Zuordnungskriterium an.

Auch die persönlichen Vermögensverhältnisse des Steuerpflichtigen, die Lagerung des Kunstwerks sowie die Tatsache, ob der Gegenstand versichert ist, liefern Indizien für die steuerliche Handhabung. Wichtig ist letztlich die Gesamtbeurteilung des Einzelfalls nach Einbezug aller oben erwähnten Kriterien.

Zu welchem Wert Kunst deklarieren?

Qualifiziert der Kunstgegenstand als steuerbares Vermögen, ist grundsätzlich der Verkehrswert für die Besteuerung massgebend. Auch hier können sich Schwierigkeiten ergeben – vor allem, weil es sich bei Kunstgegenständen in der Regel um Einzelwerke handelt und daher kein direkter Vergleich mit dem Markt möglich ist. Auch die Werteinschätzung eines Sachverständigen kann danebenliegen. Es liegt keine gesetzliche Grundlage für die Bewertungsmethode bei Kunstwerken vor. Die gängige Praxis im Kanton Zug basiert primär auf dem Versicherungswert. Ist kein solcher Versicherungswert vorhanden, ist eine eigene Schätzung vorzunehmen. Die Anschaffungskosten können ebenfalls als Basis für die Beurteilung des Gegenstandswerts herangezogen werden. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass sich der Wert im Verlauf der Zeit signifikant verändern kann.

Achtung Steuerhinterziehung!

Spätestens beim Verkauf des Kunstwerks oder bei der Nachlassteilung kommt der Wert des Kunstwerks ans Licht. Wenn Sie herausfinden, dass bei Ihnen an der Küchenwand ein Modigliani hängt, müssen Sie trotz möglicher Steuerfolgen nicht den Kopf hängen lassen. Um die unangenehmen Folgen der Steuerhinterziehung zu vermeiden, besteht die Möglichkeit einer straflosen Selbstanzeige, die man einmal im Leben machen kann. Dann ist der Steuerwert des Kunstwerks zehn Jahre zurück nachträglich zu versteuern.



Unsere Empfehlung

Wert des Kunstgegenstands regelmässig überprüfen und bei Unsicherheit die Steuerbehörde auf das Vermögensobjekt hinweisen, wobei auch die Bewertungsmethode anzugeben ist.
 



Pavla Polackova

«Bei spezifischen Fragen zur Besteuerung von Kunstgegenständen empfehle ich Ihnen, einen Steuerberater beizuziehen.»

Pavla Polackova

Steuerberaterin


Kategorien: Steuern , Vorsorgeblog

Tags: Kapitalanlage , Kunst , Sammlung , Steuern , Steuerrisiko


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