Der beste Zeitpunkt für die persönliche Vorsorge ist heute

, 5 Minuten

Viele Menschen schieben die persönliche Vorsorge auf. Dabei schafft eine frühzeitige Planung Klarheit, stärkt die Selbstbestimmung und entlastet die Angehörigen. Im Interview erklärt Zeno Suter, Leiter Güter- und Erbrecht bei der Zuger Kantonalbank, weshalb es sich lohnt, wichtige Fragen rechtzeitig zu regeln.

Zeno, du leitest bei der Zuger Kantonalbank den Bereich Güter- und Erbrecht. Das klingt nach einer anspruchsvollen und eher kopflastigen Tätigkeit. Wie schaltest du in deiner Freizeit am besten ab?

Tatsächlich erfordert meine Arbeit viel Konzentration. Umso wichtiger ist es für mich, in der Freizeit bewusst einen Ausgleich zu schaffen. Am besten abschalten kann ich bei Aktivitäten in der Natur, beim Sport oder bei einem Spaziergang. Die schöne Umgebung der Zentralschweiz bietet dafür ideale Möglichkeiten.


Zeno Suter unterwegs

Kopf lüften mit Blick auf den Pilatus und die Rigi: Zeno Suter unterwegs auf dem Littauer Berg.

In deiner beruflichen Tätigkeit beschäftigst du dich mit der persönlichen Vorsorge, also mit Themen wie Nachlassplanung, Vorsorgeauftrag oder Patientenverfügung, um die sich viele Menschen nicht gerne kümmern. Was reizt dich an diesen Themen?

Mir gefällt es, Menschen in einer sehr persönlichen Lebensfrage Orientierung zu geben. Wenn jemand nach einem Vorsorgegespräch sagt, dass er sich erleichtert fühlt und die nächsten Schritte klarer sieht, empfinde ich meine Arbeit als besonders sinnstiftend.

Kannst du verstehen, dass sich viele Menschen schwertun, sich mit Krankheit, Urteilsunfähigkeit oder dem eigenen Nachlass auseinanderzusetzen?

Ja, absolut. Ich glaube sogar, dass dies ganz natürlich ist. Denn diese Fragen berühren sehr persönliche Bereiche des Lebens und erinnern uns daran, dass nicht alles planbar ist. Viele Menschen schieben deshalb solche Diskussionen verständlicherweise auf, solange kein konkreter Anlass besteht.

Mir ist es deshalb wichtig, diese Themen nicht als etwas Bedrohliches zu vermitteln, sondern als Chance, selbstbestimmt vorzusorgen. Ein Vorsorgeauftrag, eine Patientenverfügung oder eine geregelte Nachlassplanung geben nicht nur der betroffenen Person Sicherheit, sondern entlasten zugleich auch die Angehörigen in schwierigen Situationen.

Drei Motivationstipps, um sich jetzt mit der persönlichen Vorsorge zu befassen:

1. Persönliche Vorsorge schafft Klarheit für einen selbst und für die Angehörigen!

Mit dieser Planung lege ich fest, was mir persönlich wichtig ist. Das gibt Sicherheit und entlastet die Familie, weil wichtige Entscheidungen nicht unter Zeitdruck oder in einer schwierigen Situation getroffen werden müssen.

2. Vorsorge bedeutet Selbstbestimmung!

Wer vorsorgt, behält die Kontrolle über wichtige persönliche, medizinische und finanzielle Fragen.

3. Der beste Zeitpunkt ist heute!

Viele Menschen warten auf den «richtigen Moment». Wer sich frühzeitig mit der persönlichen Vorsorge befasst, kann das Thema in Ruhe angehen und fundierte Entscheidungen treffen.

Mein Fazit

Die persönliche Vorsorge ist kein Thema für später, sondern ein Geschenk an sich selbst und an die Menschen, die einem wichtig sind. Wer heute vorsorgt, schafft Sicherheit für morgen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, sich um die persönliche Vorsorge zu kümmern?

Der richtige Zeitpunkt ist nicht erst im Alter, sondern, solange man noch selbstbestimmt entscheiden kann. Eigentlich gilt: Je früher, desto besser.

Viele Menschen verbinden die persönliche Vorsorge mit dem Ruhestand. Wichtige Lebenssituationen können sich jedoch rasch ändern. Deshalb lohnt es sich, sich frühzeitig mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Besonders sinnvoll ist es, die persönliche Vorsorge bei wichtigen Lebensereignissen zu überprüfen oder erstmals zu regeln, beispielsweise:

  • bei einer Heirat oder der Gründung einer Familie
  • beim Erwerb von Wohneigentum
  • bei einer Unternehmensgründung oder beim Aufbau eines grösseren Vermögens
  • nach einer Scheidung
  • beim Eintritt ins Pensionsalter

Die wichtigsten Vorteile einer geregelten Vorsorge

1. Ich behalte die Kontrolle über wichtige Entscheidungen.

Ich bestimme selbst, was mir wichtig ist, und überlasse wesentliche Fragen nicht dem Zufall.

2. Ich entlaste meine Angehörigen.

Wenn wichtige Regelungen bereits getroffen sind, müssen Angehörige in einer emotional belastenden Situation keine schwierigen Entscheidungen für mich treffen. Das schafft Orientierung und verhindert Unsicherheiten.

3. Ich reduziere das Risiko von Konflikten.

Klare Regelungen im Nachlass können Missverständnisse und Streitigkeiten innerhalb der Familie verringern. Wer seine Wünsche frühzeitig festhält, sorgt für Transparenz und Klarheit.

4. Ich schaffe finanzielle und rechtliche Sicherheit.

Eine durchdachte Nachlass- und Vorsorgeplanung hilft, Vermögenswerte geordnet zu übertragen und rechtliche Fragen frühzeitig zu klären.

Kurz gesagt

Persönliche Vorsorge bedeutet nicht, sich mit dem Ende des Lebens zu beschäftigen. Sie bedeutet, Verantwortung zu übernehmen, selbstbestimmt zu handeln und den Menschen, die einem am Herzen liegen, Klarheit und Sicherheit zu geben – ein zentraler Vorteil.

Welche Themen kann jemand selbst in Angriff nehmen und wann rätst du zur fachlichen Unterstützung?

Bei Nachlassplanung, Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung kann man vieles selbst vorbereiten. Eine fachliche Begleitung ist jedoch insbesondere dann sinnvoll, wenn die rechtliche, steuerliche oder familiäre Situation komplex ist.

Welchen Nutzen haben Kundinnen und Kunden, wenn sie eure Dienstleistungen in Anspruch nehmen

Ein grosser Nutzen liegt darin, dass Kundinnen und Kunden ihre persönlichen Wünsche und Vorstellungen rechtzeitig festhalten können. Darüber hinaus erhalten sie eine ganzheitliche Beurteilung ihrer Situation. Wir berücksichtigen nicht nur die rechtlichen Aspekte, sondern auch familiäre, finanzielle und persönliche Gegebenheiten. So entstehen Lösungen, die individuell auf die Lebenssituation abgestimmt sind.

Kurz: Unsere Dienstleistungen helfen dabei, wichtige Entscheidungen vorausschauend zu treffen, die Selbstbestimmung zu wahren und den Menschen, die einem nahestehen, Sicherheit und Orientierung zu geben. Das schafft Ruhe und Vertrauen für die Zukunft.

Wenn du den Leserinnen und Lesern einen einzigen Rat zur persönlichen Vorsorge mitgeben könntest: Welcher wäre das?

Warte nicht auf den perfekten Zeitpunkt, sondern beginne einfach. Die Erfahrung zeigt, dass der erste Schritt häufig der schwierigste und zugleich der wichtigste ist. Dabei muss nicht von Anfang an alles perfekt sein. Entscheidend ist, sich Gedanken über die eigenen Wünsche zu machen und diese festzuhalten. Ändert sich die Lebenssituation, sind Anpassungen jederzeit möglich.

Lia Hürlimann

Lebensmotto von Zeno Suter

«Nicht alles im Leben ist planbar, aber vieles lässt sich vorausschauend gestalten.»

Genau darin sehe ich den Wert der persönlichen Vorsorge: Sie gibt Menschen die Möglichkeit, wichtige Weichen selbst zu stellen und mit einem guten Gefühl in die Zukunft zu blicken.

#ZugerKBlog abonnieren
Doris Zetzema

Doris Zetzema

Doris Zetzema, Beraterin Kommunikation, kam 2014 als Quereinsteigerin zu uns. Sie jongliert gerne mit Wörtern und Sätzen, feilt am Text, bis er optimal auf die Leserinnen und Leser abgestimmt ist. Wichtig in ihrer Kommunikation: immer auf Augenhöhe, viel Empathie und ein lockerer Schreibstil. Sie mag Geschichten über Menschen, fühlt gerne auf den Zahn. Privat ist sie am liebsten mit ihrer Harley unterwegs.


Kategorien: Zukunft

Ihr Kommentar muss noch durch einen Administrator freigegeben werden.

Weitere Kommentare
,