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Nachfolgeregelung: So bringt man PS auf den Boden

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Was wird aus dem eigenen Unternehmen, wenn man selbst einmal ausscheidet? Diese Frage hat sich auch mal Stephan Palkoska gestellt. Über 50 Jahre war die Volvo-Vertretung in Baar im Familienbesitz. Seit 2020 sind Jan-Andrea Christen und Sepp Kälin die Chefs. Bis eine Firma übergeben und die Unternehmenszukunft gesichert ist, müssen einige rechtliche und finanzielle Aspekte berücksichtigt werden. Wir als Bank haben diese spannende Nachfolgregelung begleiten dürfen. Sie möchten auch eine Firma übergeben oder übernehmen? Dann holen Sie sich jetzt Tipps.

Sepp Kälin und Jan-Andrea Christen (v.l.n.r.)

Wie nimmt der Nachfolgeprozess Fahrt auf?

Jan-Andrea Christen und Sepp Kälin sind zwar noch jung, aber im Beruf alte Hasen. Jan-Andrea war einige Jahre im Betrieb tätig, bevor er sich entschloss, die Chance zu packen und die Volvo-Niederlassung zu übernehmen. Zusammen mit seinem langjährigen Freund Sepp wollte er sich den Lebenstraum erfüllen, sein eigener Chef zu sein. Welche Herausforderungen dieser Wunsch mit sich brachte und was die beiden gelernt haben, erzählen sie im Gespräch.

«Die Nachfrage nach Elektroautos steigt», erklärt Jan-Andrea und ergänzt: «Dass Volvo da schon immer stark war, kommt uns zugute. Es ist wichtig, dass man als Garage einen starken Brand vertritt. Volvo vereint mit der Plug-in-Hybrid-Technologie Umweltbewusstsein und Leistungsstärke.» Sepp führt weiter aus: «Volvo steht für Sicherheit und Umwelt. Das ist aber nicht nur ein Werbeslogan, sondern die Schweden setzen das auch um.» Damit eine Automarke und ihre Vertreter erfolgreich unterwegs sind, braucht es aber mehr als nur nachhaltige Modelle. Zum Beispiel gute Mitarbeitende. Gibts denn den typischen «KFZler» noch? «Der Lehrberuf heisst Automobil-Mechatroniker», erklärt Jan-Andrea und ergänzt: «In der Tat ist es nicht einfach, gute Leute zu finden, denn die Ausbildung ist anspruchsvoll. Und sie wird immer technischer und auch markenspezifischer. Unsere Mitarbeitenden arbeiten seit Jahren mit Volvo-Fahrzeugen; einige haben auch auf dieser Marke ihre Ausbildung absolviert. Elektro ist nämlich nicht gleich Elektro.»

Selbst und ständig

Jan-Andrea hat fünf Jahre im Betrieb gearbeitet, bevor er zusammen mit Sepp die Firma Hüsser & Palkoska AG übernommen hat. Warum den Weg in die unsichere Selbstständigkeit, wenn man doch eigentlich mit seinem Job zufrieden ist? Dazu Sepp: «Würde es sich jeder bequem machen und den Mut nicht aufbringen, dann würde unsere Volkswirtschaft nicht mehr funktionieren. Mit Jan-Andrea habe ich den richtigen Geschäftspartner gefunden. Wir beide haben die gleiche Ausbildung genossen und verfolgen die gleichen Ziele. Klar, man ist selbst und ständig dran, aber ich geniesse das auch.» Jan-Andrea führt weiter aus: «Aber es braucht natürlich mehr als nur Mut. Eine langjährige Vorausplanung ist das wichtigste.» Rund zwei Jahre hat die Nachfolgeregelung bei Hüsser & Palkoska AG gedauert. Trotz des reibungslosen Ablaufs. Wir als Bank haben die Firmenübernahme begleitet. Ebenso wichtig waren auch die steuerlichen und die juristischen Abklärungen im Vorfeld. «Vor allem die Steueraspekte sind nicht zu unterschätzen», weiss Jan-Andrea: «Sepp und ich haben einen betriebswirtschaftlichen Hintergrund, aber das reicht nicht aus. Da brauchts Fachleute.» Sepp ergänzt: «Wir waren auch dankbar für die Tipps, die uns die Zuger Kantonalbank gegeben hat. Das Firmenberatungsteam ist wirklich spitze. Dank der Ratschläge haben wir einen soliden Businessplan erstellen können und dachten auch an Punkte, die wir sonst vergessen hätten.» Beide sind sich einig: «Eine Bank muss uns Vertrauen schenken, und die Chemie muss stimmen. Wir schätzen einen offenen und ehrlichen Austausch. Und klar, günstiges Geld ist auch wichtig.» Die Nachfolgeregelung ist effizient verlaufen, Kunden und Mitarbeitende sowie Volvo-Schweiz haben die Übernahme begrüsst. Die jungen und dynamischen Chefs sehen trotzdem noch Optimierungspotenzial: «Sepp, der ja nicht bei Hüsser & Palkoska AG gearbeitet hat, hat durch seine Aussensicht viele wertvolle Inputs geliefert.» Welche genau sind das? Dazu Sepp selbst: «Die ersten Monate bin ich eigentlich nie ohne mein Notizbuch unterwegs gewesen. Egal ob im Verkauf, in der Werkstatt oder im Kundendienst: Jede noch so kleine Optimierungsmöglichkeit nutzen wir als Chance, uns zu verbessern.»

Drei Tipps zur Firmenübernahme

Firmenkundenberater Reinhold Schmid weiss, wies geht. Seit rund 20 Jahren arbeitet er bei der ZugerKB eng mit Unternehmen zusammen und betreut auch Jan-Andrea und Sepp. Er weiss, dass jede Nachfolgeregelung anders verläuft, aber gewisse Stolpersteine sind meistens die gleichen. Seine Tipps zur Nachfolgeregelung sind folgende:

  • Loslassen ist nicht immer einfach. Nicht jeder Firmeninhaber kann sich leicht verabschieden. Bevor man eine Nachfolgeregelung plant, muss man für den Schritt bereit sein.
  • Wem übergebe ich überhaupt meine Firma? Oft kann, wie im Fall der Hüsser & Palkoska AG, die Nachfolge nicht innerhalb der Familie geregelt werden. Bei einer Übergabe gibts verschiedene Varianten. Zum Beispiel bietet sich der Verkauf an die eigene Geschäftsleitung an (Management Buy-out) oder der Verkauf an einen Dritten. 
  • Früh anfangen mit der Planung, denn der Prozess ist langwierig und komplex. Es macht Sinn, die Finanzierung sicherzustellen und sich rechtzeitig fachmännische Hilfe bei Banken, Steuerberatern und Rechtsanwälten zu holen.
Reinhold Schmid

«Die Nachfolgereglung ist ein langer und emotionaler Prozess. Für Verkäufer und Käufer steht viel auf dem Spiel. Ziel muss sein, die Unternehmenszukunft zu sichern, denn am Unternehmen hängen viele Arbeitsplätze. Für den Verkäufer ist seine Firma meistens der grösste, manchmal auch der einzige Vermögenswert. Somit sollten alle Möglichkeiten der Regelung berücksichtigt werden, und auch die Käufer müssen auf die finanziellen Konsequenzen ausreichend hingewiesen werden. Bei Jan-Andrea und Sepp hat alles bestens geklappt. Das freut mich als Berater sehr, und ich wünsche den beiden weiterhin gute Fahrt in ihrer Selbstständigkeit.»

Reinhold Schmid, Firmenkundenberater

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Ina Gammerdinger

Ina Gammerdinger

Ina Gammerdinger, Projektleiterin Kommunikation, ist seit 2018 bei der ZugerKB. Sie sorgt dafür, dass die richtigen Themen die richtigen Personen erreichen. Ihre Arbeit ist eine Mischung aus Redaktion, Social Media Hub, digitalem Labor und Schreibmaschine – sie ist so wandelbar wie ihre Texte. Am liebsten schreibt sie über gesellschaftliche Trends. Privat steht ihr Hund an erster Stelle.


Kategorien: Geld

Tags: Unternehmensnachfolge


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